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Frohe Miesmuscheln

A point régional?Restaurant Ochsen, Kilchberg Kilchberg – In Monaten mit R im Namen kann man sich an Muscheln laben. September, Oktober, November – den ganzen Winter über bis April. Das ist die Faustregel, an die man sich hält. Natürlich, in den Sommerferien, irgendwo am Meer – Mittelmeer, Atlantik oder Ärmelkanal – da macht man eine Ausnahme, die Krustentiere sind frisch, quasi vor der Restauranttür geerntet. Da bestellt man einen Teller. Fortpflanzungszeit hin, schlechte Wasserqualität her. Die hiesigen Restaurants aber nehmen Moules auch erst ab September auf die Karte. Im Ochsen in Kilchberg gibt es Moules et Frites (31.50 Fr.) erst seit Ende der Herbstferien zu essen. Für gewöhnlich serviert man hier die Miesmuscheln mit Pommes frites am Abend. Wir fragen telefonisch an, reservieren einen Tisch über Mittag, und Peter Schlappritzi versichert uns, er mache uns zwei Portionen. Gerade habe er frische Muscheln bekommen. Hungrig und mit grossen Erwartungen betreten wir den Ochsen. Die gemütliche Gaststube ist gut gefüllt, auch hinten im Säli sitzen Gäste. Weil wir mit den Moules einen Sonderwunsch geäussert haben, bittet man uns gleich beim Bestellen der Getränke um Verständnis dafür, dass erst die Tagesmenüs serviert werden. So warten wir eine halbe Stunde, in der wir immer begieriger in Richtung Küche schauen. Von dort kommen die appetitlich aussehenden Menüs. Besonders gut geht das Rahmschnitzel mit Nudeln. Und schliesslich trägt Schlappritzi mit einem gewinnenden Lächeln zwei tiefe Teller mit Miesmuscheln auf. Die dunklen Schalen glänzen, der Sud duftet wunderbar nach Zwiebeln und Kräutern, goldgelb leuchten die Pommes frites auf einem Teller in der Mitte des Tisches. Wir schenken uns je ein Glas Weisswein ein. Es ist ein leichter Chasselas der Domaine Testuz (4.50 Fr./dl) aus der Waadt, er ist sehr wohlschmeckend. Doch gegen den Geschmack des Moules-Suds kommt er nicht an. Die Muscheln sind von guter Qualität, der Sud besticht durch die ausbalancierte Thymian-Note – am Ende essen wir mit dem Löffel noch einen Gutteil der Brühe: wunderbar. Einzig bei den Pommes frites hat der Koch zu tief ins Salzfass gelangt. Die Miesmuschel wird im Ochsen gut behandelt. Aber mit ihrem Namen hat sie einen schweren Start bei einem, der sie zum ersten Mal bestellt. Ihm sei erklärt: Mies kommt von Moos, Mittelhochdeutsch. Daniel Stehula Restaurant Ochsen, Bahnhofstrasse 15, 8802 Kilchberg. Tel. 044 715 30 15. Di–Fr 8.30–14h, 17.30–24h; Sa 17.30–24h; So 11–14h, 17.30–24h; Mo geschlossen. In der Rubrik «A point régional» besprechen die Redaktoren Thomas Zemp, Daniel Stehula und Iris Rothacher alle zwei Wochen ein Restaurant in der Region. Getestet wird anonym.

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