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Franck Ribérys Dribbling mit der Justiz

Gegen den französischen Star wird offiziell ermittelt – wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten. Die Frage ist nur, ob er wusste, dass sie minderjährig war.

Von Oliver Meiler, Lyon Seine dunkle Vorahnung trog ihn nicht: Als Franck Ribéry, dieser sonst stets zu Spässen aufgelegte französische Fussballstar in Diensten von Bayern München, zusammen mit Karim Benzema von Real Madrid die Räumlichkeiten der Pariser Sittenbrigade betrat, blockte er die Fragen der Journalisten nur mit düsterer Miene ab. Die Polizei nahm die beiden Männer zunächst in Gewahrsam, verhörte sie und führte sie dann dem Ermittlungsrichter vor. Am Abend wurde bekannt, dass gegen beide ein Ermittlungsverfahren eröffnet wurde. Sollte es zu einem Strafprozess kommen, drohen ihnen im Höchstfall drei Jahre Haft wegen «Beanspruchung einer minderjährigen Prostituierten». Festgehalten wurden sie nicht. Ribéry erholt sich zurzeit von einer Leistenoperation und soll am Sonntag bei Bayern ins Training einsteigen. Ihm und Benzema wird vorgeworfen, mit einer jungen Frau des Zaman Café, eines beliebten Pariser Nachtclubs unter Fussballern und anderen VIPs, Sexualverkehr gehabt zu haben. Die Jugendliche war zur Zeit ihrer Treffen noch nicht volljährig. Das Bild der Empörung Heute ist Zahia D. 18. Sie bezeichnet sich als Escort. Mit Benzema soll sie sich 2008 verabredet haben. Der verheiratete Ribéry gab bereits zu, dass er Zahia D. zu seinem 26. Geburtstag, im April 2009, in ein Münchner Luxushotel bestellt hatte. Die zentrale Frage ist nun, ob die Fussballer wussten, dass die junge Frau minderjährig war. Ribérys Anwältin wies den Verdacht am Dienstag zurück. Und auch Zahia D. liess unlängst in einem grossen Interview in «Paris Match» verlauten, dass die beiden Männer ihr Alter nicht gekannt hätten. Das gehobene People- und Reportagemagazin fotografierte die Frau in einem noblen Dekor an der Côte d’ Azur, hievte sie auf das Cover, was sonst gekrönten Häuptern, hohen Politikern und Stars vorbehalten ist. In Frankreich sorgte das Cover für Empörung. Zahia D. erzählte dem Heft, dass die Spieler knauserig gewesen seien. Einer sei sogar der Meinung gewesen, dass sie sich geehrt fühlen müsse, mit ihm ins Bett gehen zu dürfen. Sie habe ihn dann aber über die Tarife aufgeklärt. Wegen der WM aufgeschoben Aufgeflogen war die Affäre im letzten Frühling, mitten in der Vorbereitungsphase der WM. Involviert war zunächst ein weiterer Bleu: Der Stürmer Sidney Govou, der Zahia D. aber traf, als sie schon 18 war. Um die ohnehin schon prekäre Stimmung rund um die Nationalmannschaft nicht noch zusätzlich zu stören, wurde das Verfahren aufgeschoben. Man kann nicht sagen, dass das den Bleus viel gebracht hätte. Zahia D.: Titelbild von Paris Match

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