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Flyers weiter auf Flughöhe

Trotz vieler Absenzen gewann Kloten das Derby 2:1 – 8. Sieg und Startrekord.

Von Simon Graf, Kloten Es war kein grosser Zürcher Derbyabend in der Kolping Arena. Doch einer, an dem Schweizer Hockeygeschichte geschrieben wurde. Mit dem 2:1, dem achten Sieg im achten Spiel, stellten die Kloten Flyers einen Startrekord auf. Der EHC Kloten 1992 und Lugano 2003 hatten, man weiss es inzwischen, die Saison mit sieben Erfolgen eröffnet, die Flyers setzten nun noch einen drauf. Und die Chancen stehen gut, dass sie ihre Bestmarke weiter ausbauen. Denn am Freitag dürfen sie, diesmal im Hallenstadion, gleich nochmals gegen die ZSC Lions spielen. Rechnet man die Vorbereitung dazu, ist das Team von Anders Eldebrink nun in 17 Spielen nach regulärer Spielzeit ungeschlagen. Nur das finnische SaiPa Lappeenranta vermochte die Klotener zu bezwingen, im Penaltyschiessen. Man geniesst das Hockeyspielen «Ach, in jenem Penaltyschiessen habe ich die Jungen schiessen lassen», flachste der gut gelaunte Eldebrink. «Sonst hätten wir jenen Match natürlich auch gewonnen.» Dem Schweden fehlten gestern mit Lemm und Liniger zwei Center und mit dem erkrankten Rintanen der «spiritus rector» des Teams. Doch wer so selbstbewusst und stabil ist wie die Flyers derzeit, steckt auch das problemlos weg. «Die Jungen haben ihren Job ausgezeichnet gemacht», lobte Eldebrink. Der junge Walser, der keinerlei Respekt vor den vermeintlichen ZSC-Grössen zeigte, werde einmal sehr gut, wenn er noch an Muskeln zulege, prophezeite der Coach. Momentan sei seine Mannschaft sehr entspannt, man geniesse das Hockeyspielen. Das sei wohl ein Unterschied zu den ZSC Lions. Bei den Stadtzürchern blieb die Kabinentüre nach der fünften Derbyniederlage in Serie lange zu. Dann eröffnete Colin Muller seine Matchanalyse mit zwei Kraftausdrücken. Er ärgerte sich über Schiedsrichter Reiber, der sich inszenierte, indem er 44 Sekunden vor Schluss, als der ZSC mit sechs Feldspielern den Ausgleich anstrebte, den vor dem Tor postierten Ambühl wegen Behinderung auf die Strafbank schickte. Der letzte Pfiff von Reiber beraubte die Gäste einer finalen Chance, wie am Freitag in Davos noch den Ausgleich zu erzwingen. Wie beim 1:3 gegen Servette schoss der ZSC nur ein Tor, Muller sagte kopfschüttelnd: «Es fehlen einfach die Tore. Wir kämpfen, aber wir bringen vorne zu wenig zustande.» Bärtschi gelang zur Spielmitte bei doppelter Überzahl das einzige ZSC-Tor zum 1:1. Doch nur 107 Sekunden später stellte Von Gunten mit einem Hocheckschuss die Klotener Führung wieder her. Flüeler der beste ZSC-Spieler In Gefahr, die Partie noch aus der Hand zu geben, gerieten die Favoriten nicht. Sie hätten, was die Spielanteile betraf, sogar noch mit ein, zwei Toren mehr Unterschied gewinnen können. Der viel beschäftigte Flüeler war der beste ZSC-Spieler. Auffällig ist, dass das Klotener Spiel einiges durchdachter wirkt und dass die Flyers in der eigenen Zone mit viel mehr Autorität auftreten. Das ist deshalb bemerkenswert, weil man sich beim Stadtklub von der Verpflichtung von Murphy und Westcott einiges erhofft hatte. Doch Von Gunten und DuBois überragten die beiden Kanadier weit. Es sind dieser Tage zwei ganz unterschiedliche Zürcher Eishockeywelten. Die Kloten Flyers scheinen einfach nicht verlieren zu können, die ZSC Lions kommen nicht vom Fleck. Und derzeit scheint es schwer vorstellbar, dass die Stadtzürcher in der gleichen personellen Besetzung die Saison durchspielen. Sportchef Edgar Salis muss sich überlegen, wie er dem völlig verunsicherten Team die nötigen Impulse geben kann. Torschütze Blum, Vorbereiter Santala und Bieber (von rechts) bejubeln das 1. Tor auf dem Weg zum 8. Klotener Sieg. Foto: Keystone

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