Zum Hauptinhalt springen

Flyers verpassen ersten Finalpuck

Nach dem 1:2 in Bern geht der Halbfinal morgen in Kloten weiter – mit der 2. von maximal 4 Chancen.

Von Simon Graf, Bern Es waren hektische, gehässige, teils sogar wüste Szenen, die sich im Finish in der Berner Arena abspielten. Mark Bell wurde auf der Strafbank mit Gegenständen beworfen. Victor Stancescu lieferte sich einen Boxkampf mit Philippe Furrer. Und als Tommi Santala den Preis für den besten Flyers-Spieler abholen musste, tat er dies inmitten eines gellenden Pfeifkonzerts. Der Berner Unmut wäre noch grösser gewesen, wenn die Klotener von ihrem finalen Überzahlspiel profitiert und noch das 2:2 erzielt hätten. Doch wieder einmal wurde ihr Powerplay diesem Namen nicht gerecht. Nach einer Strafe gegen Travis Roche konnten sie mit 6 gegen 3 Feldspielern den Ausgleich anstreben. Doch es reichte nur zu einem Schuss übers Tor. Und dann beraubte Bell mit einem Stockschlag gegen Marco Bührer sein Team der letzten Chance. Die Serie geht damit morgen Donnerstag in der Kolping Arena weiter, und die Kloten Flyers müssen sich vorwerfen lassen, eine gute Möglichkeit nicht genutzt zu haben. Denn der SC Bern war angeschlagen, er kämpfte zwar, aber eher mit dem Mute der Verzweiflung als mit Überzeugung. In den ersten zehn Minuten hatte der Meister, bei dem Jean-Pierre Vigier und Simon Gamache in die Aufstellung zurückgekehrt waren, die Klotener mit seiner Wucht ins eigene Drittel gedrängt. Doch danach glich sich das Spielgeschehen zusehends aus. Und auf das 1:0 von Martin Plüss (15.) reagierten die Flyers auf bestmögliche Weise: Simon Bodenmann, Romano Lemm und Kimmo Rintanen tanzten nur knapp drei Minuten später durchs gegnerische Drittel und kombinierten ein Tor der Extraklasse heraus. Es gelang den Bernern in der Folge nicht mehr recht, die Kontrolle übers Spiel an sich zu reissen, sie wirkten zusehends nervöser. Bis Ivo Rüthemann in der 53. Minute mit seinem 2:1 für tosenden Applaus sorgte – der Flügel verdeckte Ronnie Rüeger die Sicht und lenkte einen Schuss Furrers ins Tor. Bereits das erste SCB-Tor hatte Plüss per Ablenker erzielt. Es waren also die altbewährten Schweizer Stürmer, welche die Berner Saison zumindest um zwei weitere Tage verlängerten. Interessant wird nun zu beobachten sein, was die beiden Teams aus diesem Abend machen. Die Flyers hätten den K.-o.-Schlag noch etwas vehementer anstreben können. Doch sie können Zuversicht daraus schöpfen, dass bei den Bernern die Automatismen – abgesehen vom Duo Rüthemann/Plüss – derzeit nicht spielen. Bei den Flyers überzeugte vor allem der Lemm-Sturm, der vermeintlichen Paradeformation um Santala hingegen gelang nicht viel. Und die Junioren-Verteidiger kaschierten die Absenz des erkrankten Benjamin Winkler gut. Doch Micki DuPont fehlte den Klotenern schmerzlich, vor allem in Überzahl. Vielleicht hätte er für einen noch turbulenteren Abend sorgen können. «Wir haben den Aufschlag durchgebracht», sagte ein strahlender SCB-Coach Larry Huras. «Wenn wir jetzt das Break schaffen, gewinnen wir die Serie.» Die Davoser, die schon im Final stehen, können den Halbfinal entspannt aus der Ferne beobachten. Es würde sie wohl nicht stören, wenn sie über sieben Spiele ginge. Doch wenn die Flyers am Donnerstag ihren zweiten Finalpuck verwerten sollten, würde das Duell um den Meistertitel bereits am folgenden Dienstag beginnen. Das 1:1, das Kloten auf den schnellen Finaleinzug hoffen liess: Kimmo Rintanen bezwingt SCB-Goalie Marco Bührer.Foto: Christian Pfander (EQ Images)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch