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Fischpacht wird neu vergeben

Das Gericht hat die Verpachtung eines Reviers an den Fischerverein Thalwil als «nicht praktikabel» taxiert. Eine neue Ausschreibung ist nötig.

Teilweise gutgeheissen wurde vom Verwaltungsgericht des Kantons Zürich auch ein Rekurs bezüglich Pachtvergabe des Reviers 407. Dieses umfasst die Sihl vom ehemaligen Wehr im Langnauer Höfli bis zum Wehr oberhalb der Station Leimbach. Dieses Teilstück wurde dem Fischerverein Thalwil zugesprochen, worauf der bisherige Pächter Max Tanner rekurrierte. Gerügt hat das Verwaltungsgericht in seinem Entscheid vor allem die Bewertung der Bewerber. Viele «Punkte» ergab die gute Jugend-und Öffentlichkeitsarbeit des Fischervereins Thalwil. Die drei Vorstandsmitglieder hatten sich aber als natürliche Personen beworben. Die Kriterien müssten die Bewerber deshalb auch selbst erfüllen – und nicht der Fischerverein, argumentierte das Verwaltungsgericht.Der Ball liegt nun wieder bei der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung. «Wir prüfen noch, ob die Verpachtung für das Revier 407 neu ausgeschrieben wird oder ob wir die Bewerber neu bewerten», sagt der zuständige Leiter Urs Philipp. Weder der bisherige Pächter Max Tanner noch Rolf Schatz vom Fischerverein Thalwil wollen zum jetzigen Zeitpunkt Stellung nehmen.(pkl) Von Philipp Kleiser Vor einem Jahr jubelte der Fischerverein Thalwil. Gleich drei Pachtreviere sprach die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung für die Zeitspanne von 2010 bis 2018 dem Verein zu. Das war ein Novum: Zuvor waren Pachten nur natürlichen Personen zugesprochen worden. Erst neue Richtlinien ermöglichten es Vereinen, auch mitzusteigern. Bewertet werden neu auch Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit – ein Vorteil für die in diesen Bereichen aktiven Thalwiler Fischer. Nun jedoch kassiert der Fischerverein einen argen Dämpfer. Er muss um den Verlust aller drei Pachten bangen. Ausgelöst hat die Wende ein Rekurs zweier ehemaliger Pächter. Sie gelangten im letzten Sommer ans kantonale Verwaltungsgericht, nachdem der Zürcher Regierungsrat ihre Rekurse zuvor abgewiesen hatte. Beide Rekurse hat das Verwaltungsgericht jetzt teilweise gutgeheissen (siehe auch Kasten). Zum einen hat das Verwaltungsgericht die Pachtvergabe für das Revier 417 – es umfasst den Gattiker Chrebsbach und den Gattiker Weiher – zur Neuausschreibung zurückgewiesen. Dies vermeldet das Fischerei-Magazin «Petri Heil» in seiner neusten Ausgabe. Der Gesetzgeber sei bei der Formulierung des Gesetzes offensichtlich nicht von einer Verpachtung an Vereine ausgegangen, heisst es im Entscheid des Verwaltungsgerichts: «Deshalb ergäben sich bei Zulassung von Vereinen Probleme bezüglich des Kriteriums Ortsansässigkeit und der Anrechenbarkeit von Jugendarbeit.» Ein Problem sei auch die Gleichbehandlung von Vereinen und natürlichen Personen. Unter geltendem Recht erscheine die Zulassung von Vereinen zur Pacht deshalb nicht praktikabel, fasst das Verwaltungsgericht zusammen. Die Fischerei- und Jagdverwaltung müsse eine Neuausschreibung vornehmen. Ort erfreut, Schatz wortkarg Daniel Ort, Rekurrent und bisheriger Pächter des Reviers 417, begrüsst den Entscheid. Gleichwohl fühlt er sich nicht als Sieger: «Ich habe nichts dagegen, dass Vereine bei der Pachtvergabe berücksichtigt werden. Doch die Fischereiverwaltung hat das Vergabesystem abgeändert, ohne diese Änderungen auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen.» Ort hofft, dass das Problem nun angegangen werde. Wortkarg gibt sich Rolf Schatz vom Fischerverein Thalwil. «Wir können gut mit der Neuausschreibung leben», sagt er nur. Man warte ab, wie die Fischereiverwaltung reagieren werde. Wann genau es zur Neuausschreibung kommt, kann Urs Philipp, Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung, nicht sagen. «Wir werden das Ganze seriös prüfen, bevor wir die Neuausschreibung angehen», sagt er. Ein Nachspiel könnte die Geschichte auch für die Pachtvergabe des Reviers 404 haben – die Sihl zwischen Binzboden und der Brücke beim ehemaligen Restaurant Forsthaus Sihlwald. Dort hat der Fischerverein Thalwil das Sagen – seit dem 1. März 2010. Obwohl keine Rekurse gegen diese Vergabe eingegangen sind, könnte die Verfügung nachträglich noch infrage gestellt werden, wenn sie formell oder materiell krass unrichtig und damit nichtig sei, sagt Rechtsanwalt Matthias Tschudi. Er hatte die Pächtergruppe Ort juristisch vertreten. Tschudi hat inzwischen der Fischerei- und Jagdverwaltung einen Brief zum Revier 404 geschrieben. «Die Antwort steht noch aus. Je nachdem behalte ich mir vor, gegen die Vergabe des Reviers 404 mit juristischen Mitteln anzugehen.»

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