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Ferrari mit Doppelsieg und Manipulationsverdacht

Fernando Alonso gewann in Hockenheim, doch es droht ein Nachspiel. Sauber kam beim Jubiläums-GP auf die Ränge 11 und 14.

Zugeben mochte es bei Ferrari niemand. Doch bei Alonsos Sieg musste seitens der Teamleitung nachgeholfen werden, nachdem mit Felipe Massa während langer Zeit der «falsche» Angestellte in Führung gelegen hatte. Nachdem der Brasilianer in der 49. von 67 Runden nach tadelloser Leistung noch immer das Rennen anführte, fuhr Teamkollege Alonso plötzlich problemlos an Massa vorbei. «Fernando ist schneller als du», hatte die Ferrari-Box Massa wissen lassen. Die Teamorder war offensichtlich, zumal an Massas Auto keinerlei Probleme auszumachen waren und das WM-Klassement eine deutliche Sprache spricht. Von den Ferrari-Piloten kann sich nur noch Alonso vage Hoffnungen auf den Titel machen, und bereits vor dem Grand Prix in Valencia Ende Juni war durchgesickert, dass die Italiener im Kampf um den Titel ab sofort bedingungslos auf den besser klassierten Alonso als Nummer 1 setzen. «Tut mir leid, Junge», funkte denn auch Renningenieur Rob Smedley gestern an Massa. Dessen Glückwünsche an Alonso fielen im Ziel ausgesprochen kühl aus. Im Gegensatz dazu war Teamchef Stefano Domenicali voll des Lobes für den spanischen WM-Kandidaten: «Toller Job, du warst das ganze Wochenende verdammt schnell.» 100 000 Dollar Busse Die Reaktion der Konkurrenz auf das Ferrari-«Manöver» liess nicht lange auf sich warten: Red-Bull-Teamchef Christian Horner sprach von einer Schande. «Sie haben dem einen den Sieg weggenommen und ihn dem anderen gegeben», schimpfte der Brite und forderte ein Eingreifen des Automobil-Weltverbands (FIA). Prompt erlegte die Rennleitung der Scuderia 100 000 Dollar Busse auf und übergab den Fall zur weiteren Untersuchung an den FIA-Weltrat. Dessen nächste ordentliche Sitzung findet am 10. September statt, doch die Angelegenheit dürfte bereits vorher behandelt werden. Für weniger Diskussionen als die Reihenfolge sorgte der Doppelsieg selbst. Sebastian Vettel als Dritter hatte mit dem Ausgang des Rennens früh nichts mehr zu tun: Der Pole-Mann fiel gleich nach dem Start auf Rang 3 zurück, weil er sich in einen Zweikampf mit Alonso eingelassen und versucht hatte, den Spanier abzudrängen. Massa profitierte und setzte sich an die Spitze. Weniger aufwühlend war das Rennen für Peter Sauber, der in Hockenheim das 40-jährige Bestehen seines Rennstalls feierte. Seine Piloten hielten sich im Mittelfeld und erreichten schliesslich die Ränge 11 für Kamui Kobayashi und 14 für Pedro De la Rosa, der damit weiter auf seine ersten Saisonpunkte wartet. Zum 40. nicht unzufrieden Trotz fehlender Punkte war Teamchef Sauber nicht unzufrieden: «Beide Fahrer haben eine gute Leistung gezeigt, und das Auto war so schnell wie nie zuvor in diesem Jahr.» Allerdings zeigte sich auch, dass ein Top-10-Rang für die Hinwiler schwer erreichbar wird, wenn die fünf Topteams alle Autos ins Ziel bringen. Einen kurzen GP erlebte dagegen Sébastien Buemi: Nach der Auftaktrunde, auf der ihm Teamkollege Alguersuari bei einer Kollision den Heckflügel wegriss, war sein Rennen zu Ende. (Si) Ferraris bevorzugtes Ergebnis: Alonso vor Massa. Foto: Keystone

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