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Farbvisionen am Ganges

Die Künstler Jakob Jenzer und Hugo Sigrist entführen die Zuschauer mit der Videoinstallation «Vision of Colors» nach Indien.

«Vision of Colors» lautet der Titel des neusten Projektes des Steffisburger Künstlers Jakob Jenzer, welches er zusammen mit dem Berner Filmschaffenden Hugo Sigrist realisiert hat. Nach einem längeren Aufenthalt in der indischen Millionenstadt Varanasi verarbeiteten Jenzer und Sigrist ihre Eindrücke, indem sie das Treiben in der heiligsten Stadt des Hinduismus filmisch festhielten. Am Mittwochabend luden die beiden Künstler nun in der Konzepthalle 6 auf dem Selve-Areal zur Premiere ihrer Videoinstallation. Zusätzlich bereicherte Livemusik von Raphael Zehnder, Mike Maurer und Jan Trösch beim zweiten Durchgang des Filmes die Vorführung. Reizüberflutung in Varanasi «Weil in Varanasi so viel um einen herum geschieht, kann man gar nicht alles auf einmal wahrnehmen. Man ist immer leicht überfordert», erinnerte sich Jenzer. Um den Zuschauern eben diese Fülle an Bildern und Geräuschen zu vermitteln, werden ihnen die verschiedenen Aufnahmen aus Varanasi gleichzeitig auf vier nebeneinander aufgereihten Leinwänden gezeigt. Zu jeder der vier verschiedenen projizierten Szenen ist die aufgezeichnete Tonspur zu hören. So ist der Betrachter sofort mitten drin im Geschehen und hat das Gefühl, am Ganges zwischen den Gläubigen zu stehen, welche im verschmutzten Wasser ihr rituelles Morgenbad nehmen, während auf einer anderen Leinwand Menschen beim Waschen ihrer Kleider zu sehen sind. Auf die morgendlichen Szenen an den Ghats, den Treppen, welche zum Ganges führen, folgt das rege Treiben in den Strassen von Varanasi zur Mittagszeit. Eine Frau kocht Tee, eine andere sitzt in einem Laden in einem Berg bunter Seidenstoffe, während es langsam dunkel wird und hell erleuchtete Prozessionen durch die Strassen ziehen, gefolgt von einem Leichenzug. Dann wird es wieder hell. Ein Mann steht im fahlen Grau des Morgens am Ganges und bindet sich seinen leuchtend roten Turban. Bilderkompositionen «Unser Film soll keine Erklärungen abgeben. Er ist vielmehr eine Komposition von Bildern, welche die Freude und das Leid in den Strassen Varanasis zeigt», betont Jenzer. «Und es ist kein Werbefilm für Indien», fügt Kameramann Sigrist hinzu. Dazu würde er sich auch nicht eignen. Denn obwohl die beiden Künstler viele wunderschöne Szenen eingefangen haben, blendet die Installation das Elend vieler Menschen, die Bettler, den Dreck und den wahnsinnig verschmutzten Ganges nicht aus. Dennoch faszinieren die Bilder und hinterlassen einen bleibenden Eindruck beim Betrachter. Therese Krähenbühl«Vision of Colors» ist (ohne Livemusik) im Rahmen des Filmfestivals Thunersee heute Freitag und morgen Samstag jeweils um 20.30 Uhr in der Konzepthalle 6 in der Selve in Thun zu sehen. >

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