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Fachleute entzaubern den Fledermausfund von Stadel

Eine ausgestorbene Fledermausart wollten die Stadler in ihrem Kirchturm ausgemacht haben. Jetzt deckten Experten den Irrtum auf.

Von Florian Schaer Stadel – «Wir wollen ihm den Glauben, der ihn beglückt, nicht rauben», so heisst es im Finale der Strauss-Operette «Die Fledermaus». Am Ende der grossen Verwechslungsposse um die Fledermäuse in Stadel bleibt indessen kaum eine Unklarheit unaufgeklärt. Das grosse «Wunder» war ja auch zu schön, um wahr zu sein: Kleine Hufeisennasen sollten es angeblich sein, die im Kirchturm des Dorfes hausen. So hatte es der Sigrist Hansruedi Maag jedem Kirchenbesucher erzählt, so hatte es der Verantwortliche der Werke, Hans Niedermann, in den Schriften des neu gegründeten Naturschutzvereins Stadel festgeschrieben. Eine Fledermausart, die im Kanton als ausgestorben gilt. Von frischen «Kegeli» überführt Doch am Mittwochabend hat Hans-Peter B. Stutz, Geschäftsleiter der Stiftung Fledermausschutz, dem Wunderglauben der Stadler ein wissenschaftlich fundiertes Ende gesetzt – als er verkündete: «In der Stadler Kirche gibt es das Grosse Mausohr.» Lea Morf, die kantonale Fledermausbeauftragte, erklärte die Beweisführung: «Wir liessen uns von Herrn Niedermann frische ‹Kegeli› zuschicken und konnten mit der Analyse eindeutig belegen: Das ist keine Hufeisennase.» Nach einem Zeitungsbericht war Stutz über die Bücher gegangen. Der Rummel um die Fledermäuse hatte offensichtlich nicht nur die Stadler beschäftigt. Die erste öffentliche Veranstaltung des Naturschutzvereins Stadel fand vor vollen Rängen statt. Die Fledermausexperten machten ihr Publikum darauf aufmerksam, dass gerade im Unterland viele Fledermäuse unterwegs sind. «Nur» das Grosse Mausohr lebt im Stadler Kirchturm: Nicht ausgestorben, aber dennoch von gewissem Seltenheitswert. Foto: PD

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