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fabulös

fotografie/installation Der Servierboy wars. So viel gleich vorneweg. Doch auch wenn der Täter schon bekannt ist: Der Krimi, den der Winterthurer Mario Sala (geboren 1965) anhand von Fotografien, Malerei und installativen Arbeiten in der Galerie Nicola von Senger inszeniert, ist alles andere als langweilig. Das fängt beim Missetäter an: Der Servierboy ist nicht etwa eine Person, sondern eines dieser Wägelchen, die in Hotels umhergeschoben werden. In der Galerie liegt es verkehrt herum da, damit man sieht, was dem normalen Hotelgast verborgen blieb. Zum Vorschein kommt ein seltsamer, riesiger Kokon aus Tonkügelchen wie ein bösartiges Geschwür hat er sich an der Unterseite des Tischchens eingenistet. Dann der Tatort: wahrscheinlich ein Hotel in Winterthur-Töss, das Sala täglich passiert und in einer auf Alu geprinteten Fotografie an den Anfang der Schau bei von Senger stellt. Aber wo befindet sich der wüstenartige Landstrich, der in einem der Gemälde zu sehen ist? Und was ist mit dem aus Leder gearbeiteten Stadt-Silhouette, die an Las Vegas erinnert? Und überhaupt, was soll der weisse Hund, der sowohl in Fotos als auch in der Malerei immer wieder auftaucht? Fest steht, dass Mario Sala – wie man es von mehreren seiner Ausstellungen gewohnt ist – auch hier wieder nur künstlerische Indizien liefert, die jeden Besucher zum Detektiv machen. Dabei legt Sala erneut eine Fabulierlust an den Tag, wie man sie eigentlich nur aus barocken Gemälden kennt, wo man bisweilen ebenfalls Stunden braucht, um jedes Detail der Bildhandlung zu entdecken. Oder aus den Filmen eines David Lynch. Einen Servierboy als Täter könnte man sich da ja ebenfalls gut vorstellen. (dm) Das ist einfacher Text, das kann man ihm gleich ansehen. Schauen wir uns doch mal um, überall einfacher Text. Bis 5.3.Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 11–17 Uhr Bild: Mario Sala/Galerie Nicola von Senger/zvg

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