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Erwachen im Krankenwagen, Erwartung an Olympia

Triathlet Reto Hug kennt seinen fürchterlichen Sturz vom Samstag in Hamburg nur aus Erzählungen. Seine Zuversicht lässt aber keine Zweifel am Ziel London 2012.

Von Monica Schneider Er weiss, dass er auf der 40 km langen Radstrecke «nach einer Kurve beschleunigen» wollte, dass er wohl in ein Schlagloch fuhr und seine ganze Kraft deshalb ins Leere stiess. «Und beim Sturz riss ich einen Konkurrenten mit, dessen Rad danach total zerstört war und das mir wohl auch drei Rippen brach.» Das Bewusstsein erlangte Reto Hug erst beim Verladen ins Krankenauto wieder. «Fast alles weiss ich nur aus Erzählungen», sagt der 35-Jährige. Passiert ist der Unfall am Samstag im vierten Rennen der siebenteiligen WM-Serie in Hamburg. Seit Sonntagabend liegt der zweifache WM-Medaillengewinner aus Dielsdorf im Zürcher Balgrist-Spital, am Montagabend wurde das linke Schlüsselbein operiert und gleichzeitig eine Platte am rechten entfernt, das er im Januar 2009 gebrochen hatte. Und am Dienstagnachmittag sagt er: «Ich bin extrem müde, und Lachen ist mühsam.» Dies rührt von einer Hirnerschütterung, einem schmerzenden Brustkorb und Medikamenten her, «mit denen ich vollgeladen bin». Rückschlag nach Steigerung Es war der «heftigste Sturz» in seiner langen Karriere, wie Hug sagt. Und dieser hat ihn jäh vom Weg abgebracht, sich nach einem wenig erfolgreichen Jahr 2009 wieder in den Top Ten zu etablieren. Im ersten Rennen im April in Sydney war er 19. geworden, «da war ich sehr zufrieden, gleich den Sprung in die ersten 20 wieder geschafft zu haben». Es kam in Seoul einen Monat später noch besser, als 9. vermochte er sich erheblich zu steigern. «Leider verbrachte ich dann praktisch den ganzen Heimflug auf der Toilette», erinnert er sich. Diese Magen-Darm-Erkrankung laugte ihn so aus, dass er Anfang Juni in Madrid, dem dritten Rennen der Serie, nicht über einen 50. Platz hinauskam. Madrid markierte gleichzeitig den Beginn der Olympiaqualifikationsphase. An der EM im Juli in Irland hatte er sich wieder gefangen, als bester Schweizer wurde er 12. Vierte Olympische Spiele Bis Hugs Knochenbrüche verheilt sind, werden sechs Wochen vergehen. Doch der zweite Rückschlag in diesem Jahr hat ihm die Zuversicht nicht geraubt. Er ist einer von vier Männern im Olympiakader, er strebt 2012 in London seine vierte Teilnahme an (Ränge 8, 40, 29). «Wichtig ist, dass jetzt nicht ein halbes Jahr vor Olympia ist», sagt er. So habe er genügend Zeit, seine Form wieder aufzubauen. Seine Zuversicht gründet in der Erfahrung, die er mit der letztjährigen Verletzung machte. Und als Physiotherapeut weiss er, «dass ich zwar die Heilung nicht beschleunigen kann, ich weiss aber auch, was ich tun kann, ohne dass sie negativ beeinflusst wird.» Reto Hug: «Der heftigste Sturz.» Foto: EQ

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