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Eröffnung mit fulminantem Fest

Festlich läutete das Stadttheater Bern am Samstag die neue Saison ein. Zahlreiche Besucher nahmen an den Veranstaltungen teil und erfreuten sich am Blick hinter die Kulissen. Nach Mitternacht wurde die Tanzfläche gestürmt.

Bunt schillernde Pulcinelle und feenhafte Engel empfangen vor dem Stadttheater Bern das Festpublikum und verteilen den Heranströmenden den Programmzettel, der die Fülle der Veranstaltungen ankündigt. Auf der Bühne probt das Woyzeck-Ensemble bereits die Songs von Tom Waits. Sowohl die Schauspieler als auch das Publikum erfreuen sich am meisten an den Patzern, die während der Aufführung normalerweise ausbleiben. Der Regieassistent Patric Bachmann versichert zuversichtlich: «Das kriegen wir noch hin.» In der anschliessenden Probe von «La Bohème» wird sofort klar, dass die Probenabläufe und die Ästhetik ganz anders sind: Während im Schauspiel eher Distanz und Lockerheit auf der Bühne zu sehen sind, überwiegen in der Oper grosse Gefühle und Spannung. Die Regisseurin Mariame Clément nimmt kleine Korrekturen vor, und dann sorgt auch die Zweitbesetzung von Rodolfo für Gänsehaut. Leise Töne, laute Kinder In der Mansarde herrscht eine intime Atmosphäre. Konzentriert lauschen die Besucher der Kammermusik des Streicherquartetts aus dem Berner Symphonieorchester. Während in den oberen Etagen die leisen Töne genossen werden, brausen Kinder durch die Untergeschosse. Im Schauspielkurs «Sei ein Star» ahmen die Kleinen ihre Lieblingstiere nach. Die wenigen Erwachsenen, die sich hierher verirrt haben, schämen sich, als Frosch durch die Gegend zu hüpfen. Die Kinder dagegen verausgaben sich mit einem breiten Lachen. Ein Mädchen bedauert jedoch, dass in diesem Kurs nur Übungen gemacht wurden: «Das war gar nicht so richtig Theater.» Auch ältere Festbesucher vergnügen sich an der Veranstaltung. Der Mann einer Ankleiderin freut sich, dass er endlich die Gelegenheit hat, den Arbeitsplatz seiner Frau zu sehen, und eine Bibliothekarin aus Köniz findet den Einblick ins neue Programm toll: «Es macht Lust, sich die Stücke anzusehen.» So kaufe sie sich vielleicht das Schnupperabo – ein Spezialangebot am Theaterfest –, dank dem sie für 99 Franken drei Vorstellungen aus drei Sparten besuchen könne, da ihr die Oper sonst zu teuer sei. Neben dem Erlach-Denkmal herrscht Festzeltatmosphäre der gehobenen Klasse. Es riecht nach Bratwurst, und Holzbänke erinnern an ein Volksfest. Dazu werden jedoch Opernarien serviert. Während danach die Woyzeck-Songs zu hören sind, sorgt ein Stromausfall für Zwischenrufe: «Striptease!» und «Unplugged!» röhren die Festfrohen in Richtung Bühne. Später spannen Jazzmusiker und Ensemblemitglieder zusammen und entlocken dem Publikum mit Chansons und Klassikern wie «Sitting on the Dock of the Bay» ein grosses «Aaah». Oldies und ein Boxkampf Nach dem Eindunkeln lädt die bunt beleuchtete Fassade des Stadttheaters zur Party ein. Überraschenderweise stürmen die älteren Semester die Tanzfläche im Eingangsbereich und zeigen den Jungen, wie man zu Oldies so richtig abgehen kann. Gleichzeitig wird in einem Boxring im Zuschauerraum ein talentshowartiger Wettbewerb durchgeführt: Fünf Teams kämpfen gegeneinander in einem gespielten Boxkampf. Die dreiköpfige Jury kürt «Die roten Säcke» zum Sieger und zeigt grinsend dreimal die 10 in die Luft. Magdalena Nadolska •www.stadttheaterbern.ch>

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