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Erdwärme hat noch Potenzial

Der Kanton zeigt auf, in welchen Gebieten Erdwärme genutzt werden kann. Im Bezirk Horgen setzt man auf erneuerbare Energie – wo möglich.

Von Bettina Ledergerber Bezirk – Durchschnittlich sechs Tonnen Co2 verbraucht ein Einwohner des Kantons Zürich im Jahr – massiv zu viel. Das Ziel ist, diese Zahl bis 2050 auf zwei Tonnen zu senken. Das ist aber nur möglich, wenn Heizwärme und Warmwasser zu einem grossen Teil aus erneuerbarer Energie stammen und nicht aus Erdöl oder Erdgas erzeugt werden wie heutzutage üblich. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) der Zürcher Baudirektion hat im Internet einen Wärmenutzungsatlas aufgeschaltet, worauf einsehbar ist, wie die Energie aus dem Untergrund genutzt werden kann und wo dies bereits geschieht. Auch im Bezirk Horgen sind in den letzten Jahren viele Erdwärmesonden entstanden. Vor allem im unteren Bezirksteil. In Richterswil und auch Wädenswil bleibt die Karte des Kantons aber zu einem grossen Teil weiss. Die Gewinnung von Erdwärme erfolgt häufig mithilfe von Wärmepumpen, die durch das Rohrsystem einer etwa 150 bis 400 Meter langen Sonde erschlossen ist. Und hier liegt auch der Grund für die weissen Flecken im oberen Bezirksteil. «In Richterswil hat es ein uraltes Grundwasservorkommen. Dort sind Erdsonden grundsätzlich nicht erlaubt», sagt Kurt Venzin, Leiter der Awel-Abteilung Gewässerschutz. Einige wenige hat der Kanton trotzdem bewilligt, wie auf dem Wärmenutzungsatlas ersichtlich ist. Dafür mussten bei der Bohrung aber spezielle Vorsichtsmassnahmen getroffen werden. «Alle machen mit» In Gewässerschutzgebieten liegen neben Richterswil und Samstagern auch Teile des Wädenswiler Bergs, Horgen Hirzel, Gattikon, Kilchberg und das Gebiet der Halbinsel Au. Kurt Venzin sagt, dass in den Gemeinden keine grossen Unterschiede festzustellen seien in der Anzahl Erdsonden. «Ob im Weinland oder am linken Seeufer, in allen Regionen setzt man vermehrt auf erneuerbare Energie. Alle machen mit. Längerfristig ist es auch sinnvoll.» Doch Potenzial ist noch viel vorhanden. In Hütten etwa werden heute 260 Gigawattstunden Energie aus dem Boden genutzt. Die maximale Nutzung liegt laut Venzin fast beim Zehnfachen. Eine Erdwärmesonde muss von der Baudirektion des Kantons bewilligt werden. Vor allem Neubauten werden damit ausgerüstet. Rund 90 Prozent der neu erstellten Einfamilienhäuser und 60 Prozent der neu erstellten Mehrfamilienhäuser werden mit Wärmepumpen ausgerüstet. Im letzten Jahr bewilligte das Awel im Kanton Zürich 1575 neue Sonden. www.erdwaerme.zh.ch

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