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Er sass zwei Wochen in Indonesien fest

Am Samstag beginnt für Adliswil-Zürich die Badmintonsaison in der NLA. Die Vorbereitung verlief alles andere als optimal. Topspieler Yohanes Hogianto bekam sein Schweizer Visum erst am Dienstag.

Von René Hauri Es war ein langer, mühsamer Weg. Beschritten hat ihn Teammanager Martin Suter im April. Am Ziel angekommen ist er erst am Dienstag. Yohanes Hogianto, der beste Spieler im NLA-Team von Adliswil-Zürich, wartete in seiner Heimat Indonesien auf das Visum, das ihm die Einreise in die Schweiz erlaubt. Bisher verfügte der 28-Jährige über einen L-Ausweis, eine Kurzaufenthaltsbewilligung. Diese konnte höchstens bis 24 Monate verlängert werden, dann musste Hogianto jeweils für zwei Monate nach Asien zurück. «Diesen Umstand wollten wir ändern», sagt Suter. Deshalb beantragte er für seinen Spieler, der seit fünf Jahren für das Team vom linken Zürichseeufer auf dem Court steht und vom Klub angestellt ist, eine B-Bewilligung. Mit dieser könnte er vorerst fünf Jahre in der Schweiz bleiben. «Wir haben gedacht, das sei einfacher», sagt Suter, ergänzt aber ernüchtert: «Es ging ewig, bis wir den Ausweis erhalten haben. Die Bundesbeamten machen keinen Unterschied, ob ein Badmintonklub oder eine Grossfirma den Antrag stellt. Entsprechend viele Formulare mussten wir ausfüllen.» Hogianto landet erst heute Hogianto sass daher fest, nutzte die Zeit nach seinen Ferien auf Bali allerdings, um mit seinem früheren Verein Bandung zu trainieren, wie Suter weiss. Hogianto wird erst heute in Zürich landen, über zwei Wochen später als geplant. Aber nach seinen intensiven Einheiten in Indonesien ist er wohl gut auf die neue Spielzeit vorbereitet. Anders sein Teamkollege Conrad Hückstädt. Der 34-Jährige brachte sich jeweils mit dem Indonesier als Sparringpartner in Form. «Ich vermisse ihn – ganz klar», sagt er. Zudem fehlt mit Hafiz Shaharudin ein weiterer Leistungsträger. Er wäre ein adäquater Ersatz für Hogianto gewesen. Doch der 24-Jährige weilt in Malaysia und wird die ersten beiden Spiele am Samstag gegen Solothurn und am Sonntag in La Chaux-de-Fonds verpassen. So konnte Hückstädt lediglich «nach den Trainings ein bisschen spielen», wie er sagt. Denn er musste auch noch zwei Übungseinheiten pro Woche von Hogianto übernehmen. «Es war wichtig, dass das gut läuft. Es nützt nichts, wenn ich zwar bereit bin, die anderen aber nicht.» Und zu tun war einiges. Mit deutlich verjüngtem Kader Im Kader von Adliswil-Zürich gab es auf diese Saison hin einige Veränderungen. Es hat eine Verjüngung stattgefunden. Bei den Männern fehlt Michael Spühler (27), der schon vor dem Playoff-Start in der vergangenen Saison wegen Motivationsproblemen seinen vorläufigen Rücktritt gegeben hat. Mit Lukas Nussbaumer und Peter Leonhard konnten dafür zwei 20-jährige Talente verpflichtet werden. «Sie haben bisher eine gute Falle gemacht», sagt Teammanager Suter. Sie bräuchten allerdings noch Zeit. «Wir müssen sie spielerisch aufbauen und den Druck vor dem ersten Wettkampf von ihnen nehmen», sagt auch Hückstädt. Grössere Umbrüche gab es bei den Frauen. Die erfahrenen Adeline Kilchenmann und Aleksandra Walaszek stehen nicht mehr in den Diensten der Zürcher. Zudem fällt Flurina Spühler nach ihrem Achillessehnenriss im Playoff-Halbfinal gegen Solothurn weiter aus. Für die entstandene Lücke wurde ein gleichwertiger Ersatz gefunden. Cathrein Hückstädt kehrt nach einer Saison in der NLB – in welcher sie sämtliche Einzel gewann – ins Fanionteam zurück. «Sie hat ebenso wie Annina Spühler gezeigt, dass sie gut in Form ist», sagt Suter. Zu punktuellen Einsätzen in der höchsten Liga werden auch die beiden 17-jährigen Nachwuchsspielerinnen Jenny Kobelt und Simone Jegge kommen. «Wir wollen sie so in unser Team integrieren und langsam an das Niveau heranführen», sagt SpielerTrainer Hückstädt. Normalität soll einkehren Aufgrund der zahlreichen Veränderungen, der jungen Spieler, der sich daraus neu ergebenden Doppelkonstellationen und der nicht optimalen Vorbereitung sagt Suter: «Man darf von uns keinen furiosen Start erwarten. Wir müssen uns zuerst finden und schlicht schauen, wie es läuft.» Der Spielplan kommt Adliswil-Zürich dabei entgegen. Denn nach der Doppelrunde vom Wochenende haben die Spieler einen Monat Pause bis zur nächsten Partie. In dieser Zeit wird Hückstädt wieder mit Hogianto trainieren, und auch Shaharudin wird aus Malaysia zurück sein. Normalität soll einkehren und der Rhythmus gefunden werden. Denn, so weiss Hückstädt: «Es ist vor allem wichtig, dass wir gegen Ende der Saison voll da sind.» Am Samstag kann Yohanes Hogianto endlich wieder in Adliswil den Shuttles nachjagen. Foto: Patrick Gutenberg

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