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Einschwimmen für die Jubiläums-Gala

Susi Morger aus Rüschlikon leitet seit 50 Jahren die Limmat-Nixen Zürich, den national führenden Verein im Synchronschwimmen. Nun feiert sie das Jubiläum.

Von Ueli Zoss Kilchberg/Rüschlikon – Die Schultern ragen weit aus dem Wasser. Allein schon die Grundposition kostet Kraft. Aber diese Anstrengung nehmen die Limmat-Nixen schon gar nicht mehr wahr. Wer zwei, drei oder noch mehr Stunden pro Tag im Pool trainiert, hält sich über Wasser wie ein Korkzapfen. Marina Saurenmann und Maxi Lotz, zwei Synchronschwimmerinnen des A-Teams, tauchen ab, machen ihre Figuren, eine Vierteldrehung, ein Stopp, noch eine Drehung. Die Lunge füttert die Muskeln mit Sauerstoff. Noch drei, noch zwei, noch eine Sekunde – auftauchen, atmen, lächeln an der Schmerzgrenze. Charme und Grazie sind wichtig, an Wettkämpfen bewerten die Preisrichter nach ähnlichen Kriterien wie im Eiskunstlauf. Im Hallenbad Kilchberg steht aber kein Wettbewerb an. Die beiden schwimmen sich mit ihren Vereinskolleginnen für den Adventsanlass ein. Zur Vorführung hat die Gesundheits- und Sportkommission der Gemeinde eingeladen. Die Vorführung ist auch die Hauptprobe der Limmat-Nixen für ihre Jubiläums-Gala im Hallenbad Oerlikon. Während sich ihre Schützlinge in der Garderobe für den anstehenden Auftritt fertig zurechtmachen, hat Susi Morger Zeit, aus ihrem reichen Erfahrungsschatz übers Synchronschwimmen zu schöpfen. Sie ist eine Pionierin – an der Vereinsgründung im Dezember 1961 war sie mit dabei. Onassis schaute zu Wie sich der Klub in den Anfangsjahren über Wasser hielt, ist bemerkenswert: «Wir waren eine Art Showtruppe und erhielten viele Einladungen, in noblen Hotels aufzutreten. Der Onassis war im Palace in Gstaad auch mal dabei.» Die Rede ist vom griechischen Reeder Aristoteles Onassis. Eher trist waren die Trainingsbedingungen, die Morger und ihre Teamkolleginnen zunächst vorfanden. «Wir bekamen im Hallenbad City 30 Minuten pro Woche, hinter einem der Tore fürs Wasserballspielen.» Als Meilenstein bezeichnet Morger die Zusammenarbeit mit Carry Berendsen. Die Holländerin brachte Mitte der Siebzigerjahre aus ihrer Heimat erstmals Trainingspläne, Skizzen von Figuren und Wettkampfreglemente mit. «Ich habe Susi gesagt, so nehmt diese Unterlagen, und lernt alles», erklärt Berendsen, die fast Tür an Tür mit Morger ebenfalls in Rüschlikon lebt. Die beiden Frauen bildeten fortan ein erfolgreiches Trainerduo. Unter ihrer Ägide stiegen die Limmat-Nixen zur nationalen Nummer 1 auf, gewannen 32 Goldmedaillen an Schweizer Meisterschaften, stellten acht Olympiateilnehmerinnen und erhielten viermal den Sportpreis der Stadt Zürich. Morger muss in letzter Zeit oft erzählen, was ihr die 50 Jahre Limmat-Nixen bedeuten. Sie antwortet jeweils kurz und bündig: «Das ist mein Lebenswerk.» Am Adventsanlass verfolgen die beiden Trainerinnen gespannt den Auftritt ihrer Schützlinge. Die Tribünen am Beckenrand sind gut gefüllt. Die Show beginnt mit tänzerischen Einlagen am Bassinrand, anschliessend folgen die Solo-, Duett- und Gruppenvorführungen im Wasser. Der Zeitplan des Programms wird exakt eingehalten. Die beiden Novizinnen Lara und Nuri haben für ihr Duett genau 55 Sekunden zur Verfügung. Der Gruppenauftritt des A-Teams dauert 1:15 Minuten. Nach einer Stunde wissen die Limmat-Nixen: Die Hauptrobe für die Jubiläums-Gala vom 9. bis 11. Dezember im Hallenbad Oerlikon ist gelungen. Hoch das Bein und Lächeln: Die Limmat-Nixen sind die besten Synchronschwimmerinnen der Schweiz. Foto: Michael Trost Susi Morger Zusammen mit einer weiteren Rüschlikerin leitet sie die Limmat-Nixen. Seit deren Gründung 1961 ist sie dabei.

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