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Einschliessen statt ausschliessen

Am «Mani-Fest» in Biel sprachen sich Persönlichkeiten für eine vielfältige Schweiz aus. Doch kaum jemand hörte ihnen zu.

Ein Bundesrat, ein Nationalrat und Stadtpräsident, eine Grossrätin, eine Miss und weitere Persönlichkeiten versammeln sich, um die Vielfalt der Schweiz zu feiern – und kaum einer geht hin. So lässt sich das «Mani-Fest», das am Samstag im Bieler Kongresshaus stattfand, kurz zusammenfassen. Auf Einladung der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und ihres Präsidenten Georg Kreis lancierten die zirka 100 anwesenden Personen das «Manifest der vielfältigen Schweiz». Miss Earth Schweiz, Graziella Rogers aus Lyss, führte charmant durch das Programm und erkannte im Unterschied zu anderen Möchtegern-Missen auch Bundesrat Pascal Couchepin. Der Noch-Magistrat erzählte spontan einige Anekdoten. Zum Beispiel, dass er später seinen Enkel sehen werde, der als Volljähriger zwischen der schweizerischen, französischen und der polnischen Staatsbürgerschaft werde wählen können. «C’est ça la Suisse», das sei eben die Schweiz, rief er. Rassismus bekämpfen Couchepins Schalk drang immer wieder durch. Etwa als er Biel die «Stöckli-Stadt» nannte. Im ernsteren Abschnitt erklärte er die Absicht, welche die EKR und das Eidgenössische Departement des Inneren verfolgen: «Wir wollen eine zivilisierte Gesellschaft, welche den Rassismus bekämpft und ein- statt ausschliesst», sagte er. Hiefür sei Biel eine exemplarische Stadt. Um die Integration der Sprachgruppen zeigte sich auch Georg Kreis bemüht, welcher – wie andere Redner – einen Teil seiner Rede auf Französisch hielt. Als oberster Kämpfer gegen den Rassismus in der Schweiz betonte er: «Es ist nicht alles harmonische Vielfalt im Lande. Es gibt zuweilen auch sehr ärgerliche und schmerzliche Dissonanzen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen.» Wieder salonfähig Stadtpräsident Hans Stöckli zeigte sich trotz einer Liste von Vorhaben der Stadtregierung selbstkritisch: «Es gibt noch viel zu tun.» Ausgrenzung sei teilweise wieder salonfähig geworden. Doch die Vergangenheit habe immer wieder gezeigt, dass die Vielfalt und die Weltoffenheit Biel über schwierige Zeiten hinweggeholfen hätten. bt >

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