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Einer der sechs SVP-Senioren in Bern tritt zurück

Hans Rutschmann (63) hört im Nationalrat auf, weil man im Pensionsalter Jüngeren Platz machen müsse. Seine Kollegen sehen das anders.

Von Ruedi Baumann Zürich/Rafz – Die SVP hat ein Problem: Sechs ihrer Nationalräte sind 2012 schon 63-jährig oder älter. In der Zwölfer-Delegation wollte bisher keiner aufhören, was die Jungen in der Partei frustriert. Jetzt macht Hans Rutschmann den Anfang: «Ich trete im Herbst nicht mehr an», erklärt er. Das Herz habe ihm geraten zu bleiben, der Verstand aber zum Aufhören gemahnt. «Mit 65 ist es Zeit, anderen Platz zu machen.» Damit sendet Rutschmann auch ein Signal an seine Kollegen aus. Ulrich Schlüer wird dieses Jahr 67, Max Binder, Toni Bortoluzzi und Hans Fehr ebenso wie Rutschmann 64-jährig. Sie werden also in der Amtsperiode 2011–2015, für die sie sich vom Volk wählen lassen, weit ins Pensionsalter hineingeraten. Ausserdem ist der für die SVP wichtige Bankenspezialist Hans Kaufmann auch schon 63. Kaufmann hat erst letzte Woche zwei Herzinfarkte und eine Lungenembolie erlitten. Er befindet sich laut SVP-Parteichef Alfred Heer «auf dem Weg der Besserung» und werde spätestens zur Juni-Session wieder in Bern erwartet. Rutschmann will seinen Kollegen keine Tipps geben. «Meine Lebensplanung gilt nur für mich.» Er habe während seiner Karriere stets versucht, rechtzeitig aufzuhören: nach 11 Jahren als Gemeindepräsident, nach 20 Jahren als Kantonsrat und als 62-Jähriger als Inhaber eines Architekturbüros. Rutschmann rückte 2003 für Blocher in den Nationalrat nach und ist dort Spezialist für Umwelt, Raumplanung und Energie. Die SVP hat mit dem freiwilligen Verzicht von Rutschmann aber nur ein kleines Problem gelöst. Für ambitionierte Jüngere – zum Beispiel Gregor A. Rutz, Barbara Steinemann, Claudio Zanetti – ist die Tür in den Nationalrat erst einen kleinen Spalt weit aufgegangen. Ihre Hoffnung ist, dass Walter Frey und Christoph Blocher grossen Einfluss nehmen und wie 2007 mit Natalie Rickli und Alfred Heer Junge weit vorne auf der Liste platzieren. Im Gegenzug ist nicht ausgeschlossen, dass Blocher selber antritt. Rita Fuhrer als Ständerätin? Ein weiteres Problem hat die SVP – und mit ihr die SP – bei den Ständeratswahlen. Gegen die Bisherigen Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP) hat nur eine bekannte Persönlichkeit Chancen. Ambitionen werden Rita Fuhrer nachgesagt, sofern sie sich nach ihrer Krebserkrankung genug gut erholt. Mögliche Kandidaten sind auch Bruno Zuppiger oder – als Alternativprogramm – Alfred Heer und Natalie Rickli. Mit Christoph Blocher als Ständeratskandidaten rechnet in der Partei hingegen niemand. Hans Rutschmann.

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