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Ein teurer Raser-Ritt

Der Fahrer, der im Januar

Am Nachmittag des 27.Januars ging ein Raser zwischen Spiez und Thun der Polizei mit sagenhaften 239 km/h in die Radarfalle. Die Wahnsinnsfahrt auf der A6 kommt den Fahrer teuer zu stehen. Wie Recherchen dieser Zeitung ergeben haben, wurde der Mann vom zuständigen Strafeinzelrichter zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die Strafe wurde bedingt auf die maximal mögliche Dauer von fünf Jahren ausgesprochen, was vermuten lässt, dass der Raser bereits früher wegen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz verurteilt wurde. Zusätzlich zur bedingten Freiheitsstrafe heisst es für den Raser: 6000 Franken Busse hinblättern. Leistet er diesem Bussbescheid keine Folge, gibts 60 Tage hinter Gittern – ohne Bewährung.Bringen Strafen nichts?Uwe Ewert von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) befasst sich intensiv mit Strafen nach kriminellen Vergehen und ihrer Wirkung. «Es gibt Studien, die zeigen, dass verschiedene Arten von Strafen kaum einen Effekt auf die Rückfallquote von Delinquenten haben», sagt Ewert. «Im Gegenteil: Gerade bei Gefängnisstrafen gibt es Tendenzen, die zeigen, dass eher rückfällig wird, wer länger inhaftiert ist und sich in einem gewissen Sinn an ein kriminelles Umfeld gewöhnt.»Ausweisentzug hilft«Ein Ausweisentzug schmerzt Täter am meisten», sagt Ewert, der an einem Bericht arbeitet, der sich mit dieser Thematik befasst. Sein «Billett» hat auch der Raser, der im Januar zwischen Spiez und Thun geblitzt wurde, weg. «So krasse Tempoüberschreitungen werden mit sofortigem vorsorglichen Führerausweisentzug sanktioniert. Zudem wird der Täter einer verkehrspsychologischen Fahreignungsabklärung zugewiesen», sagt Thomas Baumgartner von der Abteilung für administrative Verkehrssicherheit beim kantonalen Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt – ohne sich allerdings auf den konkreten Fall beziehen zu wollen. «Im Gegensatz zum Strafverfahren ist das Administrativverfahren, das wir führen, nicht öffentlich.» Aus Gründen des Datenschutzes könne er keine Auskünfte zu einem bestimmten Dossier geben.Trotzdem: Der Raser wird wohl nicht für immer ohne Führerausweis bleiben. «Selbst wenn eine verkehrspsychologische Fahreignungsabklärung ergibt, dass jemand seinen Ausweis wegen Unverbesserlichkeit ‹für immer› abgeben muss, hat der Betroffene nach fünf Jahren die gesetzlich vorgegebene Möglichkeit, eine Überprüfung der Massnahme zu beantragen.» Wird die Fahreignung so anlässlich einer neuen verkehrspsychologischen Untersuchung bestätigt, so Baumgartner weiter, müsse der Ausweisentzug aufgehoben werden, sofern der Antragsteller eine neue Führerprüfung besteht. So will es das Schweizerische Strassenverkehrsgesetz. Marco Zysset>

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