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Ein Teufelskreis von Shutdown und Neustart

Kummerbox Windows Das Notebook unserer Tochter läuft mit Vista. Wenn es heruntergefahren werden soll, so tut es das, fährt aber nach wenigen Sekunden wieder hoch. Das Ding lässt sich also nicht wirklich abschalten. Wie kann ich das ändern? Beat Koch, Eglisau Wenn sich der Computer scheinbar gegen das Herunterfahren wehrt, hat das bei Windows XP häufig ein inkompatibles Programm zur Ursache. Oft tritt dieses Problem mit älteren Versionen von Roxio-Produkten auf. Wenn Sie es nach einer Softwareinstallation beobachten, sollten Sie das zuletzt eingerichtete Produkt einfach wieder entfernen. Es gibt auch eine andere Ursache für die Shutdown-Verweigerung, die aber leider weit schwerer zu beseitigen ist. Und unglücklicherweise ist bei Windows 7 und Vista die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie es damit zu tun haben. Unerwartete Neustarts, auch wenn sie aus heiterem Himmel passieren, sind bei diesen Systemen meist auf verdeckte Abstürze zurückzuführen. Es gibt eine Option, die Windows dazu bringt, nach einem Absturz automatisch neu zu starten. Und das tut der Rechner auch, wenn er beim Herunterfahren quasi auf den letzten Metern einen Absturz erlitten hat. Das hat den beschriebenen Teufelskreis von Neustart und Herunterfahren zur Folge. Darum schalten Sie als Erstes die Neustart-Option ab: Dann bleibt die Meldung über den Absturz am Bildschirm stehen und gibt Ihnen wertvolle Hinweise auf die Ursache des Problems. Klicken Sie bei Vista und Windows 7 das «Computer»-Symbol auf dem Desktop mit der rechten Maustaste an. Im Dialog klicken Sie links auf «Erweiterte Systemeinstellungen», öffnen den Reiter «Erweitert» und klicken dort bei «Starten und Wiederherstellen» auf «Einstellungen». Bei Windows XP heisst das Symbol, auf das Sie rechts klicken, «Arbeitsplatz», bei dieser Windows-Version landen Sie dann direkt bei den erweiterten Systemeigenschaften. Sie kommen nun bei allen Windows-Versionen zum Dialog «Starten und Wiederherstellen», wo Sie im Abschnitt «Systemfehler» die Option «Automatisch Neustart durchführen» abschalten. Nun dürfte das Herunterfahren in einem Bluescreen enden, der Ihnen einige Windows-Interna darbietet. Diese sind leider sehr kundenunfreundlich aufbereitet. Bluescreens (oder «Stop-Fehler», wie sie offiziell heissen) haben ihren Ursprung in den Tiefen des Systems, bei der Hardware, einem Treiber oder einer anderen «hardwarenahen» Komponente des Systems, und entsprechend technisch ist die Absturzmeldung. Wichtig ist der hexadezimale Fehlercode. Er heisst etwa «0x0000000A» und hat im Anhang einige Parameter in Klammern, zum Beispiel «(0xC0000005, 0x8052BA1F)». Es gibt oft auch Angaben in der kryptischen Sprache der Programmierer, die zum Beispiel «Kmode_exception_not_handled», «IRQL_not_less_or_equal» oder «Page_fault_in_nonpaged_area» lauten können. Vielleicht wird Ihnen auch ein Dateiname angezeigt. Diese Angaben helfen Ihnen bei Recherchen im Internet. Gerade weil sie so kryptisch sind, stossen Sie bei einer Suche per Google direkt auf Websites, die sich mit «Ihrem» Absturz befassen. Suchen Sie also via Google und gezielt in Microsofts Supportdatenbank «Knowledge Base», die Sie unter support.microsoft.com finden. Mit Glück stossen Sie auf einen Beitrag, der Ihnen die Lösung aufzeigt und erklärt, wie Sie einen mangelhaften Treiber aktualisieren, Einstellungen anpassen, ein BIOS-Update ausführen oder ein schadhaftes Produkt aus dem Verkehr ziehen. Es kann auch vorkommen, dass die Beiträge nicht so richtig zur konkreten Situation passen oder es keine schlüssigen Angaben gibt. In solchen Fällen sollten Sie darauf achten, ob sich die Ursache noch genauer eingrenzen lässt: Falls die Abstürze immer dann auftreten, wenn intensiver Datenaustausch mit dem Internet herrscht, kommt die Netzwerkkarte als Ursache in Betracht. Wenn der Einbau einer TV-Karte das Problem nach sich gezogen hat, bauen Sie diese TV-Karte wieder aus. Werfen Sie einen Blick in den Gerätemanager, und verwenden Sie bei Windows 7 und Vista die Diagnosetools, die Sie in der Systemsteuerung unter «System und Sicherheit > Wartung» finden. Oder Sie versuchen, per Systemwiederherstellung auf gut Glück zu einem stabilen Systemzustand zurückzukehren. Für die Systemwiederherstellung geben Sie im Suchfeld des Startmenüs «rstrui» ein. Wenn beim Herunterfahren kein Bluescreen auftritt oder sich der Bluescreen nicht beheben lässt, dann gehen Sie bitte gemäss dem Kummerbox-Beitrag «Totalschaden vermeiden» vom 27. September 2010 vor: Er erklärt, wie Sie defekte Hardwarekomponenten eingrenzen und eine Windows-Reparatur- bzw. Neuinstallation durchführen. Die Kummerbox erläutert auf Anfrage Näheres zu diesen Massnahmen. Mit detektivischem Fleiss den Bluescreens auf der Spur. Bild: jmarty/Flickr.com Matthias Schüssler Der TA-Experte beantwortet Fragen zu Mac, Windows, Sicherheit, E-Mail, Internet und Multimedia. Senden Sie uns Ihre Fragen an kummerbox@tages-anzeiger.ch

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