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Ein Stäfner Ehepaar kocht sein eigenes Süppchen

Die Weissweinsuppe von Maya und Stefan Reichling ist zum Exportschlager geworden - und für den Agro-Preis nominiert.

Stäfa. - «Nein, diese Suppe ess ich nicht», wird wohl niemand sagen, wenn er Winzers Weinsuppe einmal probiert hat. Das Süppchen der Stäfner Maya und Stefan Reichling schmeckt aromatisch nach Kräutern, mit einem belebenden Schuss Riesling-Sylvaner drin. Dieser Wein war auch der Anstoss zur Kreation dieser kleinen kulinarischen Köstlichkeit (TA vom 11. 9.).

Die Wümmet 2007 bescherte den Reichlings eine reiche Ernte dieser alten Traubensorte, die der Schweizer Hermann Müller 1882 aus dem Kanton Thurgau brachte und kreuzte. Der Wein aus diesen Trauben hat jedoch im Laufe der Zeit beim Publikum an Beliebtheit eingebüsst. Was also tun? Maya Reichling erhielt von einer Freundin eine feine Weissweinsuppe vor-gesetzt - die Idee war geboren.

Nächtelanges Tüfteln war nötig

In unzähligen Nachtschichten tüftelte die Weinbäuerin am Rezept, um die richtige Mischung zu finden. Ehemann Stefan Reichling musste dabei als Testesser herhalten, bis die Mixtur perfekt war. Und nicht nur der Ehemann, sondern auch viele andere fanden dermassen Gefallen am Weinsüppchen, dass der Riesling-Vorrat schwand wie Schnee in der Märzsonne.

Die Idee ist bestechend. Die Weinsuppe ist in der Packung für 24.50 Franken erhältlich. Darin ist die Gewürzmischung für vier Portionen und eine Flasche Riesling enthalten, mit deren Rest man den Essern noch je ein Glas Riesling kredenzen kann. Sonst braucht es nur noch Rahm, Wasser, Pfeffer und etwas Schnittlauch als Dekoration.

Mehr benötigt man nicht, um in wenigen Minuten eine Köstlichkeit auf den Tisch zu zaubern, die an der offiziellen Vorstellung gestern die Besucher begeisterte. «Ich habe das Süppchen schon einige Male genossen», sagt der Stäfner Gemeindepräsident Karl Rahm. «Wir tischen das auch unseren Gästen auf. Diese fragen jedes Mal, woher diese gute Suppe sei.»

Weinsuppe hat schweizweit Erfolg

Karl Rahm - ganz der Lokalpatriot - schwärmt von der Entdeckung, auf die das experimentierfreudige Stäfner Ehepaar Reichling gestossen ist. Er freut sich, dass die Stäfner Idee offensichtlich auch über die Gemeindegrenze hinaus Erfolg hat. Denn die Reichlings bedienen inzwischen 15 lizenzierte Weinbaubetriebe in acht Kantonen mit ihrer Gewürzmischung und dem Rezept in der Packung, die sie gleich mit dem eigenen Riesling bestücken.

Begeistert ist auch Eveline Heusser, Winzerin in Uster: «Wir haben am 1. Mai die Weinsuppe an einem Fest aus Pfadikesseln geschöpft und erzielten einen durchschlagenden Erfolg», sagt Heusser. Den Wein hat sie allerdings selbst: «Unser eigener Riesling eignet sich optimal. Er hat genau den richtigen Säurewert, den es für die Suppe braucht», erklärt sie.

Nachdem verschiedene Stäfner Persönlichkeiten - von Karl Rahm bis zu Rebbau-kommissär Andreas Wirth - den Reichlings gratuliert haben, kocht Maya Reichling ihr Süppchen, assistiert von Ehemann Stefan. Und das kommt so gut an, dass sich alle Anwesenden den Agro-Preis 2009 für die innovativen Winzer wünschen.

Suppe auf Kurs für Agro-Preis

Immerhin haben sie es in die Endrunde geschafft, wo am 12. November aus vier Nominierten ein Sieger erkoren wird. Mutter Hanni Reichling ist stolz auf Sohn und Schwiegertochter. Sie hat die Entstehung der Gewürzmischung Schritt für Schritt miterlebt.

Deren Herstellung bietet auch behinderten Menschen ein Auskommen. Die Gewürzmischung wird von D&L, Dienst und Leistung in Rüti, abgefüllt und verpackt. Wer jetzt ebenfalls den Lokalpatriotismus in sich spürt, kann Winzers Weinsuppe aus Stäfa mit seiner Stimme zum Agro-Preis verhelfen - auf dem Webportal der Schweizer Landwirtschaft. www.schweizerbauer.chwww.winzers-weinsuppe.ch

Stefan und Maya Reichling mischen in der Weinbaumühle Stäfa die Zutaten.

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