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Ein Schaumbad im Rhein

Weisse Blasenteppiche treiben unterhalb von Eglisau immer wieder den Fluss hinunter. Die Ursache dafür ist eine Pflanze.

Von Sandra Zrinski Unterland – Es sehe aus, als ob Waschmittel im Wasser treibe, sagt der Kaiserstuhler Stadtrat Beat Tschamper. Und auch Martin Benz, der Bürgermeister vom benachbarten Hohentengen, hat die weissen Schaumteppiche schon oft beobachtet. Doch weder Waschmittel noch eine andere chemische Substanz lassen den Rhein Blasen werfen, sondern der Wasserhahnenfuss. Er wächst in Flüssen mit starker Strömung und kann mehrere Meter lang werden. Gemäss Pius Niederhauser, wissenschaftlicher Mitarbeiter der kantonalen Abteilung für Gewässerschutz, kommt die Pflanze im Rhein nicht übermässig häufig vor. Wird sie aber durch die Strömung abgerissen, werde Zellstoff frei, und dieser schäume – besonders an Stau- und anderen Niveaustufen. Auf Mensch, Tier und andere Pflanzen habe der Schaum keinen Einfluss. Niederhauser hat bisher auch nie von allergischen Reaktionen beim Menschen oder anderen Problemen gehört. In der Glatt wird gemäht Während im Rhein nichts gegen den Hahnenfuss unternommen werden kann, wird die Pflanze in der Glatt auf dem Abschnitt zwischen Dübendorf und Höri einmal pro Jahr gemäht. Nur in seltenen Fällen fährt der kantonale Gewässerunterhalt zweimal pro Jahr auf. Da es vor der aktuellen Hitzeperiode stark geregnet hat und deshalb die Wasserstände hoch waren, konnte der Hahnenfuss bisher nicht geschnitten werden, wie Hermann Meier, Zuständiger für die Sektion Oberglatt, erklärt. Gemäht wird von Hand oder mit einem Mähboot. Letztere Variante ist nicht auf allen Flussabschnitten möglich. So ist die Glatt zwischen Niederglatt und Höri abgesenkt, was den Einsatz eines Bootes verunmöglicht. «Geschnitten wird der Hahnenfuss, weil sonst der Sauerstoffhaushalt des Gewässers aus dem Gleichgewicht kommen würde», sagt Meier. Das jeweilige Material wird abgeführt oder auf den Feldern als Dünger verteilt. Klar weniger dicht wachse die Wasserpflanze an Orten, wo Bäume den Fluss säumen. Der Schatten dämmt das Wachstum.

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