Zum Hauptinhalt springen

Ein langer Kampf

Er hätte seine Katze im Auto sichern müssen, sagt das Bundesgericht. Sein Versäumnis kommt den Glattfeldner Guido Mürner jetzt teuer zu stehen.

Glattfelden – Zur Trauer um den Tod seines Büsi Lili, das vor wenigen Tagen von einem Auto überfahren wurde, kommt für Guido Mürner aus Glattfelden nun auch eine schwere Schlappe vor Bundesgericht. Dieses hat ihn zu einer Busse von 300 Franken verdonnert, weil er seine Katze Lili während der Fahrt direkt vor seiner Nase auf dem Armaturenbrett sitzen liess. Laut Bundesgericht gelten Haustiere strassenverkehrsrechtlich als Ladung und sind daher entsprechend gesichert zu transportieren. Damit endet – vorerst zumindest – der Kampf Guido Mürners gegen die Justiz. Ein Kampf, der seit Februar 2009 andauert. Damals verzeigte ihn die Polizei wegen «Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs durch ungesicherte Ladung». In der Folge verurteile ihn das Bezirksgericht Zofingen zu einer Busse von rund 300 Franken. Ein langer Kampf «Kein Gesetz regelt den Transport von Haustieren im Auto hinreichend», erklärte Guido Mürner damals empört – und zog den Fall weiter. Er löste damit ein grosses Medienecho aus. Zu all seinen Auftritten vor Gericht, in Interviews und am Fernsehen hatte er seine Katze dabei, die meist ruhig auf seiner Schulter sass. Vor Bundesgericht machte Guido Mürner erfolglos geltend, ein Tier sei von Gesetzes wegen keine Sache und damit auch keine Ladung. Wenn, so falle seine Katze unter den Begriff des Mitfahrers und unterliege damit der Pflicht zum Gurtentragen. Das Bundesgericht räumt nun zwar ein, das Strassenverkehrsrecht kenne keine besonderen Vorschriften für den Transport von Haustieren. Das bedeute allerdings nicht, dass eine gesetzliche Regel für den vorliegenden Fall fehle. Vielmehr seien die Vorschriften über Sachen beziehungsweise über «Ladungen» für diesen Fall heranzuziehen. Und hier gelte, dass mitgeführte Sachen oder auch Tiere niemanden gefährden oder belästigen und nicht herunterfallen dürften. Die Lausanner Richter kamen zum Schluss, auf dem Armaturenbrett habe das Tier die Sicht des Fahrers behindert. Zudem habe die Gefahr bestanden, dass die Katze durch ein Bremsmanöver herunterfalle oder sonst wie den Fahrer störe, indem sie etwa im Auto herumlaufe. Kein Gehör fand auch der Einwand des Betroffenen, dass er die Katze aus Gründen des Tierschutzes nicht einfach festzurren könne: Laut den Richtern ist das tiergerechte Sichern einer Katze durchaus möglich – beispielsweise mit einer fixierten Transportbox. Neben der Busse muss der Glattfelder 2000 Franken Gerichtskosten berappen.(SDA/hy)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch