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Ein Kino-Erlebnis wie in den Ferien in der Erlenbacher Badi Wyden

900 Zuschauer sahen am Freitag und am Samstag zwei Blockbuster und genossen das herrliche Spätsommerwetter direkt am See.

Leute Open-Air-Kino in Erlenbach Von Willy Neubauer Erlenbach – Am Himmel hängt ein fahler Mond mit leicht zerbeultem Gesicht. So, als hätte er gegen die Klitschko-Brüder einige Runden geboxt. Der See gurgelt sanft vor sich hin, und von der Pfnüselküste leuchten bunte Lichtergirlanden herüber. Die Stühle vor der Leinwand füllen sich langsam. An der Bar der Erlenbacher Holzbadi Wyden und an den Tischen am Ufer stärkt sich das Publikum für das bevorstehende Filmvergnügen. Am jährlichen Open-Air-Kino-Event herrschen angenehme, aber keine schweisstreibenden Temperaturen. «The Bucket List» steht am Samstag auf dem Programm. Der Film handelt von zwei völlig verschiedenen Männern, die beide unheilbar an Krebs erkrankt sind und höchstens noch ein Jahr zu leben haben. Der Milliardär Edward Cole, brillant-cholerisch gespielt von Jack Nicholson, und der farbige Automechaniker Carter Chambers, der eigentlich Geschichtsprofessor werden wollte, liegen im selben Zimmer der Klinik, die Cole gehört. Cole und Chambers, dargestellt vom farbigen Schauspieler Morgan Freeman, ergänzen die «Bucket List», die Chambers während des Studiums angefangen hat. Auf dieser «Löffelchenliste» hat er seinerzeit notiert, was er alles noch machen will, bevor er «den Löffel abgibt». Romantik pur am See Zwischen den beiden unterschiedlichen Männern entwickelt sich eine freundschaftliche Beziehung. Und während die Stimmung unter freiem Himmel immer romantischer wird, geniesst Therese Brunner aus Erlenbach den Film. Sie war früher im OK des Open-Air-Kinos und freut sich, dass das Team wieder so gute Filme präsentiert. «Nach dem Mainstream-Film vom Freitag gefällt mir dieser spezielle, hervorragend gespielte Streifen sehr gut», meint Brunner, der die positive Entwicklung des Anlasses mit den vielen Besuchern gefällt. «Im kleineren Rahmen war der Anlass früher für die Helfer intimer», zieht sie ihr Fazit. Gefallen gefunden hat auch Michael Furrer, der vis-à-vis in Thalwil wohnt. «Ein super Anlass in einem tollen Ambiente und ein grossartig gespielter Film», bilanziert Furrer. Er sei zum ersten Mal am Open Air in Erlenbach, werde aber sicher wiederkommen. Inzwischen düsen die zwei Protagonisten in Coles Privatjet um die Welt, um die einzelnen Punkte der Liste abzuarbeiten. Und so fliegen sie von den Pyramiden zum Taj Mahal oder fahren mit dem Ford Mustang um die Wette. Und während sie auf der Leinwand mit dem Fallschirm abspringen, fährt auf dem See eine mystisch blau beleuchtete Panta Rhei lautlos gegen Zürich – ein Bild, das auf der Kitschskala eine blanke Zehn erzielen würde. Eine überwältigende Aussicht Rund zwei Dutzend Helfer, das Bar-Team der Holzbadi inbegriffen, helfen mit, den Anlass auf die Beine zu stellen, wie Thomas Benz vom OK erklärt. «Wir haben professionelle Strukturen aufgebaut, obwohl wir nicht gewinnorientiert arbeiten», stellt er fest. Mit seinen Leuten hat Thomas Benz den Anlass perfekt organisiert. Auch Petrus trägt das Seine dazu bei. Die Erlenbacherin Bettina Nüscheler ist dem OK dankbar für den grossen Aufwand. «Ein schönes Ambiente, ein grossartiger Film mit zwei tollen Schauspielern – einfach perfekt», ist sie begeistert. Mittlerweile kann Cole den letzten Punkt auf der Liste abhaken: das schönste Mädchen der Welt küssen. «Ich bin sonst kein Kinogänger», erzählt Hans Paul Zangerl aus Bäch. «Aber meine Frau hat mich überzeugt, und unsere Tochter arbeitet im Helferteam mit.» Zangerl ist begeistert vom Ambiente des Badi-Kinos. «Ich komme sicher wieder», verspricht er, «auch weil das Bier so gut und die Bratwürste so erstklassig sind», meint er lachend. «Das müssen Sie so schreiben!» Auch der junge Dorian Henning findet das Badi-Kino einzigartig. «Viele Leute, tolle Stimmung, ausgezeichneter Film», zieht er seine Bilanz. Inzwischen ist auch der letzte Punkt auf der Liste – «etwas Majestätisches erleben» – abgehakt. Die Asche Coles wird neben derjenigen von Chambers auf dem Mount Everest beigesetzt. Mit Blick auf die majestätischen Gipfel des Himalaja-Massivs. In der unendlichen Stille, in der nur der Berg spricht.

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