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Ein Jugendtreff in Kloten

Das Nationalteam tritt heute gegen Kanada mit zehn Debütanten und dem jüngsten Team seit Jahren an.

Von Silvan Schweizer, Kloten Das Schweizer Nationalteam hat sich für sein erstes Training der Saison und die Partie gegen Kanada eine Umgebung von erfolgreichem Schaffen ausgesucht. In der Klotener Kolping-Arena ist der souveräne NLA-Leader beheimatet, und es überrascht nicht, dass die Flyers auch die meisten Spieler stellen – nämlich fünf. Was hingegen ungewohnt ist, dass ein Jungverbund übers Eis gleitet: Knapp über 23 Jahre alt ist die Auswahl im Schnitt, die Coach Sean Simpson für den heutigen Test (20.10, SF 2) aufgeboten hat. Bei den Kanadiern sind die Jüngsten schon 27, durchschnittlich sind sie über 31. Ein Duell von Jünglingen gegen Männer kündigt sich an. Es gehört zu Simpsons neuem Konzept, den ersten Sichtungstermin der aufstrebenden Jugend zu widmen, die Routiniers werden ihr Aufgebot dann für die Partien im Dezember und Februar erhalten. «Die drei Zusammenzüge gehen an die Substanz. Jetzt wird das auf mehr Schultern verteilt, was gut ist», sagt Fabian Schnyder. Der EVZ-Flügel ist einer von zehn Spielern, die heute erstmals für die Schweiz auflaufen, am Deutschland-Cup in München vom Wochenende kommen vier weitere dazu. «Wir haben hier eine Chance, uns zu präsentieren. Das müssen wir nicht überbewerten, aber wir dürfen es ernst nehmen und stolz sein», sagt Reto Suri, ebenfalls ein Debütant. Am Samstag hat er mit den Lakers in Kloten noch verloren, zum vierten Mal in Folge. Für ihn ist es auch eine Möglichkeit, neuen Schwung zu finden: «Vielleicht ist es nicht schlecht, den Kopf zu lüften und etwas Neues zu sehen.» Der 21-Jährige erkundigt sich während des Trainings immer wieder bei Luganos Kevin Romy, dem nun mit 84 Partien Erfahrensten im Team, um sich die Angriffsübungen einzuprägen. Die Mischung ist zwar neu, die Beteiligten aber kennen sich. Schnyder beispielsweise spielte einst unter Simpson vier Jahre in Zug. «Auf dem Eis will er Leistung sehen, er gibt sich zu jedem gleich. Neben dem Eis probiert er ein Kollege zu sein», sagt der 25-Jährige und stellt fest: «Er ist immer noch der Gleiche.» Simpson selbst wirkt locker, erfreut, dass er nach der langen Vorbereitungszeit im Büro wieder mit einem Team aufs Eis darf. Wer heute im Tor beginnt, lässt er Leonardo Genoni und Benjamin Conz selbst bestimmen – 30 Minuten dürfen beide spielen. «Es muss fair sein», sagt Simpson. Bei Gegner Kanada sind die beiden Goalies die Einzigen, die ihr Geld ausserhalb der Schweiz verdienen. Keiner der Mannschaft wird allerdings auch am Freitag beim nächsten Aufeinandertreffen am Deutschland-Cup im Kader stehen – dann dürfen sich die DEL-Kanadier beweisen. Der Star steht aber sowieso hinter der Bande: Der sechsfache Stanley-Cup-Sieger Mark Messier wird die Auswahl in dieser Woche sowie am Spengler-Cup coachen. «Das macht meine Premiere natürlich noch spezieller. Wenn der Gegner nicht nur Kanada heisst, sondern dieser auch noch von einer solchen Legende gecoacht wird», schwärmt Suri. Und Teamkollege Schnyder hat sich schon überlegt, ein Autogramm zu ergattern. Als Erstes freut er sich aber auf die Blickkontakte mit Doug Shedden, seinem Trainer in Zug, der Messier assistiert: «Der wird sicher Lärm machen, wenn ich vor seiner Bande herumfahre.» Am liebsten würde ihn Schnyder natürlich mit einem Tor provozieren. Einer der Debütanten: Andrei Bykov wärmt sich vor dem Training auf. Foto: EQ

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