Zum Hauptinhalt springen

Ein früher Sieger, ein langer Kampf am Strich

Zwischen Mario Fehr auf Platz 1 und Martin Graf auf Platz 7 liegen nur 17 000 Stimmen. Hans Hollenstein verlor die Wahl in Zürich.

Von Susanne Anderegg Zürich – Die Wahl war bis zuletzt spannend. In der letzten Hochrechnung, kurz vor 15 Uhr, lag Hans Hollenstein (CVP) knapp unter dem Strich. Martin Graf (Grüne) hatte rund 1000 Stimmen mehr, Regine Aeppli (SP) rund 1000 mehr als Graf. Noch ausstehend waren die Stimmen aus sechs Wahlbüros, städtischen wie ländlichen. Keiner der drei Politiker konnte sich sicher fühlen, auch wenn Hollenstein seit der ersten Hochrechnung um 12.15 Uhr stets auf demselben Platz war: dem achten. Im Halbstundentakt wurden neue Zahlen geliefert. Schon in der zweiten Hochrechnung vertrieb der Neue Mario Fehr (SP) den amtierenden Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) von der Spitze, in der dritten setzte sich Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) auf Platz zwei fest. Graf, auf Platz fünf gestartet, fiel bis zur sechsten Hochrechnung zwei Ränge zurück. Dann gab es eineinhalb Stunden lang keine neuen Zahlen. Um 16.30 Uhr verkündete Markus Notter (SP), der abtretende Direktor der Justiz und des Innern, das Resultat: Graf hat es geschafft, nur 2328 Stimmen trennen ihn vom abgewählten Hollenstein. Er hat sein gutes Resultat den Städten zu verdanken. In Zürich hat er über 11 000 Stimmen mehr gemacht als Hollenstein. In Winterthur, wo Hollenstein zu Hause ist, liegt Graf fast gleichauf.Für Peter Moser, Vizechef des Statistischen Amtes, ist Hollensteins Niederlage keine Überraschung: «Es war klar, dass er ein Problem bekommen würde, denn er steht zwischen den Blöcken.» Und der Neuen-Bonus, der in der letzten Wahl noch spielte – Hollenstein wurde damals Zweiter –, fiel weg. Diesmal bekam ihn Stocker, dessen Name den Leuten von der Ersatzwahl vor einem Jahr noch in Erinnerung ist.Auffallend ist, wie eng die ganze Wahl war. Abgesehen von Maja Ingold (EVP), die keine Chance hatte und das absolute Mehr nicht erreichte, liegen alle Kandidatinnen und Kandidaten nah beieinander. Mario Fehr auf Platz 1 erhielt nur 17 000 Stimmen mehr als Martin Graf auf Platz 7. Bei den letzten Regierungsratswahlen vor vier Jahren betrug diese Differenz 40 000, vor acht Jahren 57 000 und vor zwölf Jahren sogar 73 000 Stimmen. Peter Moser nennt mehrere mögliche Gründe dafür: Die politischen Lager sind im Kanton Zürich momentan ausbalanciert, wie die letzten Abstimmungen zeigten. Je tiefer die Wahlbeteiligung – sie lag bei 33 Prozent –, desto geringer die Unterschiede. Es gibt niemanden, der parteiübergreifend gross mobilisiert, alle Kandidaten sind weder besonders beliebt noch besonders unbeliebt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch