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Ein Baufachmarkt für Thalwil

Die Bau+Hobby-Filiale des Grossverteilers Coop in der Thalwiler Gewerbezone Böni wird definitiv gebaut. Das Projekt war umstritten.

Von Philipp Kleiser Thalwil – Bereits nächste Woche wird mit der Realisierung eines Bau- und Hobby-Fachmarkts samt Coop-Lebensmittelladen in der Thalwiler Gewerbezone Böni begonnen. Die Baubewilligung wurde erteilt und ist rechtskräftig. Im nächsten Sommer soll die Eröffnung gefeiert werden, sagt Martin Döbeli vom Totalunternehmer Rimaplan AG, der das Projekt entwickelt hat. Das ambitiöse Projekt sieht 5500 Quadratmeter Verkaufsfläche mit Bau- und Hobbyartikeln im ehemaligen Fabrikgebäude des Werkzeugmaschinenherstellers Pfiffner vor. Zwei zusätzliche Glasbauten dienen als Gewächshäuser. Dazu kommt ein 670 Quadratmeter grosser Food-Store, was in etwa der dreifachen Grösse eines Coop-Pronto-Shops entspricht. Im Obergeschoss des Gebäudes ist auf 4350 Quadratmetern Fläche eine Mischnutzung verschiedener Mieter angedacht. Parkplätze waren ein Thema Das Baugesuch war umstritten. Das zeigt allein die Tatsache, dass es fast ein Jahr dauerte, bis die Thalwiler Baukommission das im Herbst 2010 eingereichte Baugesuch bewilligte. Details will die Gemeinde Thalwil aber nicht nennen. Zu Diskussionen könnte folgender Punkt geführt haben: Die Gemeinde Thalwil bringt im nächsten Jahr eine neue Bau- und Zonenordnung (BZO) zur Abstimmung. Damit versucht der Gemeinderat unter anderem zu verhindern, dass sich der Einkauf vom Zentrum wegbewegt. Durch die neue BZO wird die Verkaufsfläche für Läden mit «Gütern des täglichen Bedarfs» in den Gewerbezonen auf maximal 200 Quadratmeter reduziert. Die neue BZO ist noch nicht in Kraft. Ihr Inhalt gilt aber bereits heute für Bauvorhaben. In der Bevölkerung waren deshalb Zweifel aufgekommen, ob der 670 Quadratmeter grosse Food-Store legitim ist. Weil aber gewisse Non-Food-Artikel, die im Laden angeboten werden, nicht zu den «Gütern des täglichen Bedarfs» zählen, sei alles zonenkonform, sagt Martin Döbeli von der Rimaplan AG. Auch die Gemeinde Thalwil bestätigt, dass die Anforderungen der neuen BZO erfüllt seien. Von der Sektion Zürich des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) wurde das Bewilligungsverfahren medial torpediert. Sie warf der Thalwiler Baukommission Behördenwillkür vor und prangerte die hohe Zahl von 275 geplanten Parkplätzen an. Ein Vorwurf, der Martin Döbeli auch heute noch sauer aufstösst. Die Zahl der Parkplätze sei am unteren Limit. Auch die Mieter der Büroräume würden Parkplätze benötigen. Man habe die Normen klar eingehalten, betont Döbeli. Eine Expertise zeigt, dass täglich mit rund 2000 Zu- und Wegfahrten gerechnet wird. Keine Konkurrenz Coop schätze das Potenzial der zukünftigen Filiale hoch ein, sagt Mediensprecherin Sabine Vulic: «Coop Bau+Hobby hat bis heute in der unmittelbaren Nähe der Stadt Zürich keine Verkaufsstelle. Wie unsere Kundenumfragen zeigen, besteht eine grosse Nachfrage.» Martin Döbeli ist überzeugt, dass mit einem zusätzlichen Anbieter die bestehenden Läden im Dorfzentrum profitieren können, sofern sie sich innovativ geben. Der parteilose Thalwiler Bauvorstand Richard Gautschi sagt, mit der Begrenzung der Verkaufsflächen für «Güter des täglichen Bedarfs» in der Gewerbezone setze der Gemeinderat ein Zeichen, damit das Zentrum nicht noch stärker unter Druck gerate. Der Gemeinderat könne und wolle aber kein Gewerbe- oder Konkurrenzverbot aussprechen: «Gerade für einen Bau- und Hobbymarkt ist die Lage in einem Gewerbegebiet sinnvoll. Zieht dieser doch auch den im Zentrum unerwünschten motorisierten Mehrverkehr an.»

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