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Ein Bärendienst für Whistleblower

Kommentar Von Patrick Kühnis Es ist den Medien zu verdanken, dass der Fall Entlisberg aufflog. Vier Pflegerinnen machten sich einen Spass daraus, mit dem Handy demente und völlig hilflose Menschen zu filmen. Das war entwürdigend – und ein Skandal. Alle müssten genauer hinschauen und sofort reagieren, damit so etwas nicht nochmals passiert, hiess es danach. Genau diese Wachsamkeit haben vier Pflegerinnen aus Adliswil letztes Jahr schamlos ausgenützt. Erinnerungen an Entlisberg wurden wach, als die jungen Frauen vor laufender Kamera von Blutergüssen im Intimbereich und Beschimpfungen berichteten. Doch die Aufarbeitung brachte einen ganz anderen Skandal ans Licht: alles erlogen. Den Pflegerinnen ging es einzig darum, andere Angestellte wegzumobben. Es ist richtig, sie dafür strafrechtlich zu belangen.Die Lügnerinnen sollten sich aber auch schleunigst entschuldigen, statt weiter an ihren abstrusen Vorwürfen festzuhalten. Dafür, dass sie den Ruf eines ganzen Heims zerstörten. Und dafür, dass sie es allen Whistleblowerinnen schwerer machen, die wirkliche Missstände zu beklagen haben.

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