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Eidgenössisches Schwing- und Signierfest mit neun Königen

Die ganz grossen Schwinger trafen sich gestern zur Präsentation des neusten Buches über sie selbst.

Von Monica Schneider, Eschlikon Es ist ein verrücktes Jahr, das die Schwinger hinter sich haben, es stand ganz im Zeichen des Eidgenössischen in Frauenfeld Ende August. Gestern nun kam es in Eschlikon im Kanton Thurgau (zuerst) und Winterthur (danach) zur späten Nachlese des Grossereignisses, und, primär, zur Präsentation des dritten Schwingerbuches, das in diesem Jahr auf den Markt kommt. Neun der zwölf noch lebenden Könige folgten der Einladung des Autors Urs Huwyler. Dass mit Ausnahme von Ruedi Hunsperger die ganze Berner Fraktion mit einstündiger Verspätung im Festzelt eintraf, hatte seinen Grund. Der aktuelle König, Kilian Wenger, ist noch in der Lehre und musste wie auch Adrian Käser bis am Mittag arbeiten. «Wenn die Könige kommen, kommt auch das Volk», durfte Huwyler in einer launigen Rede erfreut feststellen. Das Zelt war voll, noch bevor der Anlass dahinter, eine Gewerbeausstellung, eröffnet war. Und als sich der Chronist in einer Aufzählung darüber Gedanken machte, wer nun der wahre König der Schwinger sei, reifte auch bei den Zuhörern die Erkenntnis, dass es für jeden der Anwesenden Argumente gibt. So rechnete Huwyler beispielsweise vor, dass der 20-jährige Wenger 2034 noch einen Eidgenössischen Kranz gewinnen müsste, um auf Augenhöhe mit Karl Meli (9 Kränze) diskutieren zu können. Meli, mit 72 Jahren der Veteran, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, Wenger verpasste die Hochrechnung, da immer noch auf der Anfahrt. Er habe ein Buch schreiben wollen, das bis zum Eidgenössischen in Burgdorf 2013 Bestand habe, sagte Huwyler. Herausgekommen ist der Titel «Könige, Eidgenossen und andere Böse», in dem er in elf Kapiteln beschreibt, wie der Volkssport «trendig» wurde. Er widmet sich dabei den Königen, aber auch allen Festen, dem gesellschaftlichen Wandel, König Jörg I. und wie die Bösen zu Modellathleten wurden. Er stellt aber auch die Frage, ob es sich beim Schwingen um Sport oder Folklore handelt. Geduldig sassen die Gekrönten dann Stuhl an Stuhl und verrichteten, was heutzutage üblich ist: Sie signierten Buch um Buch, «wenn man dem hätte entgehen wollen, hätte man damals nicht gewinnen dürfen», sagte Harry Knüsel mit verschmitztem Lachen. Damals war 1986. Eine feine Metzgete und ein Rundgang im Schwingermuseum bei Irene Bodenmann-Meli in Winterthur entschädigte immerhin für die ungewohnten Schreibarbeiten beim generationenübergreifenden Klassentreffen. Neun Böse an einem Tisch. Links: Käser (stehend), Knüsel, Abderhalden, Hunsperger. Rechts: Wenger, Forrer, Ehrensperger, Meli, Roschi (stehend)Foto: Reto Oeschger

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