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Dreieinhalb Jahre Haft für Räuber

Das Zürcher Obergericht hat einen Algerier verurteilt, der nach Diebstählen im Spital Sanitas und in einem Altersheim auf der FluchtPersonen bedroht hatte.

Von Attila Szenogrady Am Schluss fluchte der Verurteilte. Der Nordafrikaner hatte auf 14 Monate Freiheitsentzug und seine sofortige Haftentlassung gehofft. Stattdessen setzte es vor Obergericht eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren ab – sechs Monate mehr, als das Bezirksgericht Horgen in erster Instanz gesprochen hatte. Der sechsmal wegen Diebstählen und Drogendelikten vorbestrafte Algerier war im Bezirk Horgen 2009 zum Räuber geworden. Am 18. August schlug er zuerst in Kilchberg zu. In einem Sitzungszimmer des Spitals Sanitas entwendete er mit einem Komplizen mehrere Computer und einen Reisekoffer sowie einen Autoschlüssel. Der Geschädigte bemerkte den Coup und verfolgte die Täter bis ins Parkhaus. Dort hatte der Angeklagte bereits den gestohlenen Personenwagen gestartet und fuhr los. Als der Autobesitzer die Diebe stoppen wollte und sich in den Weg stellte, drückte der Angeklagte auf das Gaspedal. Der Geschädigte konnte sich mit einem Sprung gerade noch auf die Seite in Sicherheit bringen. Kurz darauf durchbrach der Algerier die Schranken und konnte sich in Richtung Wollishofen absetzen. Zwölf Tage später plünderte der Räuber in einem Adliswiler Alters- und Pflegeheim ein Stationsbüro und wurde dabei von zwei Pflegeassistentinnen erwischt. Um sich einen Fluchtweg zu bahnen, griff er sofort zu einem Pfefferspray und nebelte damit die beiden Frauen ein. Doch diesmal kam der Mann nicht weit. Er wurde eine Stunde später von der Polizei festgenommen. Straferhöhung gefordert Bereits vor dem Bezirksgericht hatte der Angeklagte die beiden Raubtaten vergeblich bestritten. Auch gestern sprach die Verteidigung in einem Berufungsprozess vor Obergericht von einfachen Diebstählen. So habe der Angeklagte in beiden Fällen niemanden angreifen oder verletzen, sondern nur fliehen wollen. Deswegen sei eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten angebracht. Die Staatsanwältin konterte mit einem Gegenantrag und forderte eine deutliche Straferhöhung auf vier Jahre Freiheitsentzug. Das Horgner Gericht hatte noch drei Jahre Freiheitsentzug festgelegt.

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