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Die Zürcher Lehrer-Schnellbleiche ist bei Deutschen sehr beliebt

70 Quereinsteiger sind am Montag zur Ausbildung eingerückt. Nächste Woche unterrichten sie schon.

Von Daniel Schneebeli Zürich – Der Lehrermangel in den Zürcher Schulen ist weiterhin gross. Eine Entspannung zeichnet sich laut Volksschulamtschef Martin Wendelspiess nicht ab. Im nächsten Sommer rechnet er mit ähnlichen Engpässen wie letztes Jahr. Doch einen Lichtblick gibt es. Bis im Sommer werden 70 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stehen. Sie haben am Montag an der Pädagogischen Hochschule (PH) Zürich mit dem ausserordentlichen Kurzstudium («Fast Track») für Quereinsteiger angefangen. Bereits im Juli werden sie fit für die Übernahme einer Primarschulklasse sein. Auffällig ist, dass unter den 70 Studentinnen und Studenten über 20 Prozent Deutsche sind. Wendelspiess zeigte sich gestern von diesem hohen Anteil überrascht. Ein Problem sieht er darin aber nicht. Im Unterschied zu den rund 100 deutschen Lehrerinnen und Lehrern, die bereits heute im Kanton Zürich unterrichten, würden die Quereinsteigerinnen und -einsteiger speziell für die Zürcher Schulen ausgebildet. Andrea Widmer Graf, Prorektorin an der PH, ist ebenfalls überzeugt, dass die Nationalität kein Handicap für eine Lehrperson ist. Mit einer Ausnahme seien die deutschen Quereinsteigenden bereits in der Schweiz wohnhaft. Ein Teil von ihnen habe bereits in Zürich studiert und sei mit den Verhältnissen hier vertraut. Einzig die Schweizer Geschichte und Geografie, die an Primarschulen unterrichtet werden, müssen sich die Deutschen zusätzlich aneignen. Morgarten, Sempach, und Kappeler Milchsuppe werden aber bloss kleine Hürden auf dem Weg zum Diplom sein, glaubt Widmer Graf: «Leute mit einem Hochschulabschluss werden das innert kürzester Zeit gelernt haben.» Philosophen und Ingenieure Die 70 Quereinstieg-Pioniere haben in der Tat alle mindestens einen Bachelor. Dies war eine Aufnahmebedingung. Zudem müssen sie über 30-jährig sein. Zwei Drittel von ihnen haben einen universitären Abschluss, zum grössten Teil an einer philosophischen Fakultät erworben. Das letzte Drittel hat an einer Fachhochschule studiert, zumeist in künstlerischen Fächern oder in sozialer Arbeit. Doch es haben sich auch über ein Dutzend Naturwissenschafter, Ingenieure oder Architekten zum Berufsumstieg entschieden. Dazu kommen Leute aus der PR-Branche, Sportwissenschaftler und auch ein Pfarrer oder eine Pfarrerin. Neben den Deutschen sind Personen aus sieben anderen Nationen dabei, etwa aus Polen, Italien und den USA. Zehn der Studierenden sind über 50 Jahre alt. Studienleiterin Carola Höntzsch zeigte sich gestern begeistert über den ersten Ausbildungstag. «Ausnahmslos alle sind mit grossem Engagement gestartet», sagt sie. Die Lebens- und Berufserfahrung der Leute sei spürbar. Höntzsch ist sich sicher: «Diese neuen Lehrpersonen werden für die Zürcher Schulen eine Bereicherung sein.» Interesse ungebrochen Am nächsten Montag werden die 70 Fast-Track-Absolventen unter Anleitung bereits erstmals eine Schulklasse unterrichten. Nach dem dreiwöchigen Praktikum wird die Didaktik in den verschiedenen Schulfächern im Zentrum stehen. Im Sommer können sie bereits eine Teilzeitstelle annehmen – die Ausbildung wird berufsbegleitend weitergeführt. Im Herbst startet ein zweiter Lehrgang für Quereinsteiger. Nach einem Theorieblock von neun Monaten werden die rund 100 neuen Studenten im Sommer 2012 eine Teilzeitstelle annehmen können. Laut Widmer Graf ist das Interesse an den Quereinsteigerkursen ungebrochen. Bereits haben sich wieder knapp 500 Personen für die Ausbildungen 2012 angemeldet. Für sie stehen 200 Studienplätze zur Verfügung. «Diese neuen Lehrerinnen und Lehrer werden für die Zürcher Schulen eine Bereicherung sein.» Studienleiterin Carola Höntzsch

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