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Die morgendliche Reise eines Holzhauses

Die beiden Geschosse des Ellipsenbaus mussten in Wetzikon getrennt und in Seebach wieder aufeinandergestellt werden.

Von David Kilchör Wetzikon – Ein Spektakel bot sich den Einwohnern im Quartier Morgen in Wetzikon. Am Montagnachmittag flog plötzlich ein elliptischer Holzbau durch die Luft. Damit nicht genug: In den frühen Morgenstunden machten sich zwei Tieflader mit dem Haus auf den Weg. Hintergrund des fliegenden Ellipsenhauses ist ein Bauprojekt an der Frohbergstrasse 35. Der alte Hausteil soll abgebrochen werden. Architekt Urs Rusch arbeitete aus, was man auf dem Land tun könnte. Ein Neubau mit besserer Landausnutzung war sein Ergebnis. Der Wetziker Architekt, der auch die Ellipse vor 14 Jahren mitkreiert hatte, wird mit seiner Familie einen Teil des Neubaus bewohnen. Dies nebst den Einwohnern des Altbaus. «Ursprünglich wollten wir um die Ellipse herumbauen, doch sie stand sehr ungünstig.»Das Verdikt lautete: Die Ellipse muss weg. Allerdings sind die Bauherren auf Nachhaltigkeit bedacht: «Wir hätten die Ellipse einfach abbrechen und entsorgen können. Aber das wäre schade und wenig nachhaltig gewesen.» In einer Architektur-Fachzeitschrift schrieben sie das kleine Bauwerk stattdessen zum Verkauf aus. Ein halbes Dutzend Interessenten meldeten sich. Zum Zug kam ein Zürcher Künstlerpaar, das die Ellipse als Atelier nutzen will.Nun blieb also nur noch das Problem des Umzugs: «Die Ellipse war eigentlich nicht so geplant, dass sie am Stück transportiert werden kann», sagt Rusch. Die Bausubstanz erwies sich aber als gut genug. Heikel blieb aber, dass die zwei Etagen des Holzbaus getrennt und anschliessend auf zwei Transporter verladen werden mussten. Massarbeit auf schmaler Strasse Die Frohbergstrasse ist nicht sonderlich breit, und der Längsdurchmesser der Ellipse beträgt immerhin 6,8 Meter, der Querdurchmesser 4,5 Meter. Das gibt eine Nutzfläche von 20 Quadratmetern pro Geschoss. «Glücklicherweise sind die heutigen Tieflader flexibel», sagt Architekt Rusch. Sonst wären Schäden an Bau oder Nachbarschaft vermutlich unumgänglich gewesen. «Es gab aber keine Probleme.» Das galt für den Transport, der gestern in den frühen Morgenstunden stattfand. Der geringe Verkehr erleichterte das Unterfangen. «Reibungsloser als gedacht» Doch bereits die Schellerunterführung in Unterwetzikon stellte sich als erste Hürde heraus. «Zumindest aus unserer Sicht. Aber die Chauffeure wussten, was sie taten. Der Transport ging viel reibungsloser vonstatten, als wir dachten.» Damit ist das Land an der Frohbergstrasse nun frei für den geplanten Neubau, der bis Ende Jahr stehen soll. Und in Zürich gibt es ein glückliches Künstlerpaar, das neuerdings in einer echten Wetziker Holzellipse Kreativität und Inspiration sucht. Die Quartierstrassen forderten von den Fahrern Millimeterarbeit. Foto: Imre Mesterhazy

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