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Die Liga lernt Tschagajew kennen

An der GV der Swiss Football League hatte der Xamax- Besitzer den ersten Auftritt bei den Präsidenten – und liess diese ratlos zurück.

Von Peter Herzog, Bern Das Haupttraktandum an der GV der Swiss Football League (SFL) im Stade de Suisse in Bern war vorgegeben: Heinrich Schifferle wurde als Nachfolger von Thomas Grimm einstimmig zum neuen Liga-Präsidenten erkoren, Basels designierter Präsident Bernard Heusler, YB-CEO Ilja Kaenzig und Luzerns Präsident Walter Stierli rücken für Aniello Fontana (Schaffhausen) und Alexander Rey (Xamax) in das neunköpfige SFL-Komitee. Die weiteren Mitglieder, Ancillo Canepa (FCZ), Jean-Claude Donzé (Sion), Roger Bigger (Wil), Giancarlo Dazio (Locarno) und Peter Stadelmann (Verbandsdelegierter der Nationalmannschaft) wurden problemlos wiedergewählt. Die meiste Aufmerksamkeit unter den Klubvertretern erheischte aber der Auftritt von Xamax-Besitzer Bulat Tschagajew. Der Tschetschene kam in Begleitung eines Dolmetschers. «Es war ein wenig surreal», sagte YB-Chef Kaenzig. «Am Morgen las ich in der Zeitung noch die Schlagzeile ‹Tschagajew muss nicht ins Gefängnis›, danach tauchte er an der GV auf.» Laut Kaenzig sieht sich Tschagajew weiter in der Opferrolle, er habe sich über die mangelnde Unterstützung der Liga beklagt und über die administrativen Hindernisse der Banken, die es ihm bisher verunmöglich haben, Geld in die Schweiz zu transferieren.Kein Wort über die Beschuldigungen wegen Verdachts auf Urkundenfälschung, versuchten Betrug, Geldwäsche und ungetreue Geschäftsführung. Die Klubpräsidenten hörten sich die Ausführungen Tschagajews an, stellten aber keine Fragen. «Die GV war nicht der Anlass, um hier mit Tschagajew eine Debatte zu beginnen», befand Kaenzig. Später verschwand Tschagajew wieder, ohne am gemeinsamen Mittagessen teilzunehmen, und liess die Präsidenten ratlos zurück. Es ist offensichtlich, dass die Liga versucht, Xamax noch bis zur Winterpause im Spielbetrieb zu halten, sodass die Resultate in der Wertung bleiben. GC-Antrag ohne Chance Der Antrag von GC, jedes Spiel beim Abbrennen von Pyros sofort abzubrechen oder erst gar nicht anzupfeifen, wurde wie erwartet klar abgelehnt. Kein Verein ausser GC stimmte zu. Der Vorschlag wurde von den Klubvertretern als unrealistisch bezeichnet. FCB-Chef Heusler zitierte eine Untersuchung, wonach entsprechend dem GC-Antrag in der vorletzten Runde der Champions League 62 Prozent der Spiele hätten abgebrochen werden müssen. Frohe Gesichter traf man bei Vaduz. Der Challenge-League-Verein aus dem Fürstentum darf unbefristet in der Swiss Football League bleiben (sofern er nicht absteigt). Das Wiedererwägungsgesuch der Vaduzer wurde mit nur vier Gegenstimmen aus der Challenge League gutgeheissen. Im Mai war der Antrag von den Klubvertretern noch abgelehnt worden, was den Ausschluss der Liechtensteiner bedeutet hätte. Die Vaduzer zahlen für Gastrecht in der Challenge League jährlich neu 100 000 Franken (bisher 50 000) sowie in der Super League 300 000 Franken (bisher 200 000). Liga-Präsident im Interview, Seite 67

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