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Die Königin der Reben und eine Diva

Edle Tropfen aus dem Unterland, eine neue Blaublütige und eine grosse Gewerbeschau lockten am Wochenende 20 000 Besucher an die Bülimäss.

Von Nina Fargahi (Text)und Christoph Kaminski (Fotos) Bülach – Rund um die Stadthalle in Bülach herrscht Feststimmung. Es riecht nach Chnoblibrot, Crêpes, Apfelkuchen und heissen Marroni. In einer roten Hüpfburg springen die Kinder auf und ab und kreischen. In drei Zelten haben rund 90 Aussteller aus Bülach und Umgebung kompakt ihre Stände aufgebaut, diskutieren mit den Besuchern und präsentieren ihre Arbeit. Betritt man die Stadthalle, findet man sich in der Welt der edlen Tropfen wieder. Es ist Bülimäss und zugleich Wine Happening. Stadtpräsident Walter Bosshard begrüsst am Samstagnachmittag in der Stadthalle Festbesucher, Aussteller, Weinfreunde, Winzer und «jene, die einen guten Tropfen zu schätzen wissen». Plus die Stadträtin Angela Sette aus Santeramo in Apulien. Die Gemeinde am Absatz Italiens pflegt mit Bülach seit Jahren eine intensive Partnerschaft, und besonders gut versteht man sich, wenn es um den Wein geht. Und davon hat auch das Zürcher Unterland jede Menge: Über 30 Kelterer haben in der Stadthalle ihre Weine ausgestellt und bieten sie zum Degustieren an. Schlechter Ruf ist Geschichte Der Bülacher Walter Fehr schätzt die Qualität der Unterländer Weine. Früher hätten sie einen schlechten Ruf gehabt, doch das habe sich mittlerweile geändert. «Der Blauburgunder oder der Riesling-Silvaner zum Beispiel haben sich qualitativ gut entwickelt», sagt er. Dabei sei es wichtig, bei der Traubenernte die Beeren grosszügig zu lesen, um die Qualität zu steigern. Als Beleg für die Klasse der Unterländer Weine wurden fünf Rebbauern aus der Region geehrt. Unter ihnen waren Hansruedi Neukom und Peter Gehring für ihren Findling Pinot Noir, die «Diva unter den Weintrauben», wie Moderator und Fernsehmann Joël Gilgen ihn bezeichnete. Diese Traube brauche besonders viel Pflege, erläuterten die glücklichen Gewinner dem fachlich interessierten Publikum. Erstmals kürte die Unterländer Weinszene eine Königin. Sie heisst Kathrin Hodel und ist gewissermassen die Nachfolgerin der bisherigen Rafzerfelder Weinprinzessin Jacqueline Angst. Hodel führt einen Weinladen in Opfikon-Glattbrugg und ist aus der Fernsehsendung «Kochen TV» bekannt. Sie freut sich über den Titel: «Wein ist meine Leidenschaft, und ich bin ein Genussmensch, deshalb passt dieser Titel zu mir.» Auf die Frage des Moderators, wann der beste Moment für ein Glas Wein sei, antwortet sie: «Immer. Ob gemütlich zum Essen oder bei einer lustigen Runde mit Freunden – um Wein zu trinken, gibt es immer eine Gelegenheit.» Viele gute Gelegenheiten bietet die Degustationsrunde an den Ständen der Weinbauern: Rosa Müller und Walter Schmid aus Bülach geniessen einen Federweissen und unterhalten sich blendend. Keine Angst, am nächsten Tag mit schwerem Kopf zu erwachen? Sie schmunzeln: «Der Wein wäre ja nicht schuld daran, sondern wir.» Während sich Weinkönigin Kathrin Hodel (oben links) über ihren Titel freut, wird den Besuchern einiges geboten (von oben nach unten): Haareschneiden für Damen, Schmiedekunst für Herren, eine Formel-1-Fahrt für Mutige und Entenfischen für Kinder.

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