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Die Jäger haben nie aufgegeben

Am 21.Juni, am längsten Tag des Jahres, schienen sich die Meisterträume der HG Wäseli so ziemlich in Luft aufzulösen. Die Mittelländer waren in einem dramatisch verlaufenden Spitzenspiel Biglen-Arni unterlegen. Es war die dritte Partie, die Wäseli in der NLA-Saison 2009 verloren hatte. Sechs Punkte betrug nach diesem Spiel der Rückstand auf Biglen-Arni, das mit zehn Siegen und dem Punktemaximum die Rangliste anführte. «Wir geben nicht auf und nehmen nun die Rolle eines Jägers an», sagte Martin Schär, der Mannschaftsführer von Wäseli, damals. Was wie eine Durchhalteparole tönte, war das Signal zur erfolgreichen Aufholjagd. Wäseli ist Meister, zum achten Mal und erstmals seit drei Jahren. Mit einem Sieg beim bereits als Absteiger feststehenden Schüpbach stiessen die Mittelländer noch auf den ersten Platz vor. Auf dem Hornusserplatz von Schüpbach wurde noch lange gefeiert. Die entscheidende Szene der Hornusser-Meisterschaft 2009 ereignete sich am 8.August, einem verregneten Samstag, um 14.20 Uhr. Markus Sommer, Mitglied der A-Mannschaft der HG Zuchwil, hatte den Nouss etwas mehr als 270 Meter weit geschlagen, was ihm 17 Schlagpunkte eintrug. Dies wäre weiter nicht der Rede wert gewesen. Doch der Nouss fiel zu Boden, ohne dass ihn Gegner Biglen-Arni hätte abfangen können. Eine Nummer, die das Heimteam aus dem Emmental teuer zu stehen kam. Mit zwei Punkten Vorsprung war Biglen-Arni in das letzte Spiel gestiegen (siehe Tabelle unten links). Weg war der Vorsprung, und weg war auch der Titel. «Als der Nouss zu Boden fiel, waren alle deprimiert», schilderte Alfred Stalder, der Mannschaftsführer von Biglen-Arni, den fatalen Augenblick. «Wir hätten diesen Nouss ganz klar abtun müssen. Es war ein schneller Streich, aber keiner, den man nicht hätte nehmen können.» Biglen-Arni war an diesem Tag der Aufgabe, das Spiel und die Meisterschaft zu gewinnen, nicht gewachsen. Wäseli stand zum Erben bereit. Die Mittelländer besassen von den Verfolgern vor der letzten Runde die beste Ausgangslage. Im Hornussen entscheidet bei Punktgleichheit erst die Anzahl Nummern, danach das Total der Schlagpunkte über die ganze Saison hinweg. Wäseli war mit nur einer Nummer gegenüber den punktgleichen Höchstetten und Zuchwil (je zwei Nummern) im Vorteil. «Ich wurde über den Patzer von Biglen-Arni informiert, als wir beim Abtun im Ries standen», blickt Wäselis Mannschaftsführer Schär zurück. «Ich habe dann dem Team noch nichts gesagt, damit die Konzentration beim Abtun erhalten bleibt. Als dann der letzte Nouss abgefangen war, habe ich die Kollegen orientiert.» Im Wissen darum, nach Schlagpunkten gegen Schüpbach eigentlich nicht verlieren zu können, wurden die letzten Schläge absolviert. Ehe es nur noch darum ging, sich zu freuen,Es war eine spezielle Saison gewesen. Kein Spitzenteam war ohne Patzer durchgekommen. Wäseli liess es nicht einmal bei den drei Niederlagen nach Schlagpunkten bewenden. Die Mittelländer kassierten zusätzlich gegen Lyssach eine Nummer. Doch hatten sie Glück, dass auch der Gegner zuvor einen Nouss hatte fallen lassen. Dies ergab einen zusätzlichen Punkt für die Tabelle, der nun Gold wert war. «Es war eine Saison, die uns einiges abverlangt hat», meint Mannschaftsführer Schär. «Wir mussten schwierige Situationen bewältigen. Doch Wäseli hat bewiesen, dass es aufstehen kann und der Teamgeist ausgezeichnet ist.» Dazu trage auch das Verfahren bei, mit dem die Teammitglieder ausgewählt würden. Falls ein neues Mitglied in die Mannschaft aufgenommen werden soll, entscheiden alle Teamangehörigen, ob dieses intergriert werden soll. «Wir haben auch eine gute Mischung in der Mannschaft», so Schär. «Ganz junge Leute spielen mit erfahrenen zusammen. Fünf Hornusser waren bereits beim ersten Meistertitel 1995 dabei.»Für Biglen-Arni endete die Saison in einer grossen Enttäuschung. Noch im Juli hatten die Emmentaler die Chance, vorzeitig Meister zu werden, nun fielen sie auf den 5.Platz zurück. «Dieses Verdikt ist brutal», sagte ein enttäuschter Alfred Stalder eine halbe Stunde nach dem Ende des Spiels vom Samstag. «Es waren letztlich nicht die Jungen, sondern routinierte Hornusser, die die entscheidenden Fehler begingen.» 1999 war die HG Biglen-Arni durch den Zusammenschluss von Hämlismatt-Arni und Biglen entstanden. Im Oktober feiert die Gesellschaft ihr zehnjähriges Bestehen. Ohne Titel.Reto Pfister>

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