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Die Budgets für die Pflege öffentlicher Kunst unterscheiden sich stark – mit sichtbaren Folgen

Plastiken aus Bronze und Stein sind unverwüstlich. Aufwendiger in Pflege und Unterhalt ist das grosse Werk im Bahnhof Stettbach.

Von Werner Gubser Tausende sehen es jeden Tag. Sie fahren mit dem Zug am weitherum grössten Kunstwerk vorbei: Mit 250 Meter Länge ist die Arbeit von Gottfried Honegger mit ihren 840 Platten im Bahnhof Stettbach in ihrer Grösse rekordverdächtig. Rekordverdächtig ist aber auch der Aufwand, den die SBB und das Tiefbauamt Dübendorf zum Erhalt dieses Werks betreiben nüssen. Während es beispielsweise genügt, den Brunnen mit dem Einhorn auf dem Dübendorfer Lindenplatz regelmässig mit Wasser abzuspritzen, kostet das Wandbild im Stettbacher Bahnhof 25 000 Franken jährlich für Putz- und Kontrollarbeiten. Pflegeleichte «Mücken» Für den Leiter des Dübendorfer Tiefbauamtes, Jürg Sebestin, ist dieses Bild an den Wänden zwar unerreicht in Grösse und Schönheit, aber auch sehr aufwendig im Unterhalt: «Geputzt werden kann es nur nachts, wenn keine Züge verkehren. Der Strom in der Fahrleitung wird abgestellt, wenn Schrauben kontrolliert und Staub, Sprayereien und Fäkalienspuren aus den Zugtoiletten von den Platten gespritzt werden», sagt der Spezialist. Die stählernen Mücken von Yvan Pestalozzi im Kreisel beim Dübendorfer Flugplatz erfordern hingegen keinerlei Pflege. Der Kulturbeauftragte von Uster, Roland Boss, hat für den Erhalt der öffentlichen Ustermer Kunstwerke ein Budget von gerade mal 5000 Franken zur Verfügung. «Manchmal reicht dieser Betrag. Wenn aber Vandalen zugeschlagen haben, kosten Reparatur oder Reinigung schnell einige Tausender», sagt er. Die Schmierereien würden in Uster jeweils rasch entfernt. Kürzlich wurde das Reiterbild an der Wand der Stadthalle zur Zürichstrasse restauriert. Das Kunstwerk der Ustermer Künstlerin Margrit Strehler war nach über fünfzig Jahren verblasst. Es musste aufgefrischt werden. Nicht nur zur Freude mancher Passanten. Einige bemängelten die wenig zimperliche Vorgehensweise mit Pinsel und Farbe. Unansehnliche Brunnenkunst «Mit ständiger Pflege kann die Lebensdauer von Steinarbeiten verlängert werden», sagt Marco Saxer, Leiter der Stadtentwässerung von Uster. Alle zwei Wochen werden dort die Brunnen auf Schäden überprüft und mit Hochdruck gereinigt. Etwas mehr Arbeit erfordern der Orpheus-Brunnen beim Stadthaus und die Kreiselbrunnen. Laut Gemeindeschreiberstellvertreter Kurt Utzinger halten sich in Wetzikon die Unterhaltskosten für die öffentlichen Kunstwerke in Grenzen. Zwischen 3000 und 5000 Franken würden jährlich aufgewendet. Zu wenig, findet der einheimische Bildhauer Daniel Wernli. Er hat den Brunnen mit den Basaltsäulen an der Kreuzackerstrasse und jenen mit der Wasserwand südlich vom Bahnhof geschaffen. «Diese machen einen schlechten Eindruck und sind keine Reklame für mich», sagt der Künstler. Die Brunnen seien verkalkt und sollten seiner Meinung nach vierzehntäglich von den Ablagerungen befreit werden. Die Kalkschicht könne jetzt nicht mehr mechanisch entfernt werden, sagt Wernli. «Der Kalk hat sich so stark festgefressen, dass er nur mit chemischem Geschütz beseitigt werden kann.» Wernli würde sich freuen, wenn er von der Gemeinde den Auftrag erhielte, die verkalkten Brunnen aufzufrischen und sie in Zukunft fachgerecht zu pflegen.

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