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«Die Atomenergie ist ein Fass ohne Boden»

Atomenergie Stilllegung der Schweizer AKW wird teurer, TA vom 25. November Kosten für Generationen. Die Kostenwahrheit kommt nur scheibchenweise an den Tag: Atomstrom ist sehr viel teurer, als uns gebetsmühlenartig eingetrichtert worden ist, um uns die Atomenergie schmackhaft zu machen. Niemand weiss, mit wie viel Steuergeldern der Bund in den 50er- und 60er-Jahren die Erforschung der nuklearen Technologie subventioniert hat. Wer 15 Milliarden sagt, hat wohl noch zu knapp geschätzt. Was den Rückbau betrifft: In Greifswald, beim Ostseebad Lubmin, wird seit 1994 rückgebaut. Ab Mitte 2014 soll das Werksgelände wieder anderweitig genutzt werden können. 5,6 Milliarden Euro sind bislang verbuttert worden, ein Ende der Fahnenstange ist nicht absehbar. 0,7 Millionen Tonnen radioaktiv verseuchtes Material muss «sicher» entsorgt werden. Wer bezahlt die Kosten dafür und für das 100 000-jährige Tiefenlager für die ausgedienten strahlenden Brennstäbe? Wohl die nächsten Generationen. Wer vermutet, eine Kilowattstunde Atomstrom koste uns 50 Rappen, dürfte nicht weit daneben liegen. Kernenergie ist ein radioaktives Fass ohne Boden. Dass Kernschmelzen wie in Fukushima nicht versichert werden können, macht dieses unverantwortliche Spiel mit dem Feuer nur noch grauenerregender. Peter M. Wettler, Dietikon Milliarden für den Rückbau. Ist doch nicht alles so rosig bei der Stromherstellung mit Atomkraftwerken. Die Gefahr der Verstrahlung haben in der Zwischenzeit auch bürgerliche Politiker erkannt. Nun werden auf einmal Kostenschätzungen für Rückbau, Überwachung und Sicherheitseinrichtungen herumgereicht, die das Vorstellungsvermögen aller sprengen. Viele Milliarden Franken, nur für die Herstellung des alten Zustandes? In diesen Schätzungen sind die Kosten für die Versicherungen nicht einmal berücksichtigt, weil dies Vater Staat übernimmt. Ich frage mich, ob bei einer schonungslosen Aufdeckung aller effektiven Kosten und der ganzen Kostenwahrheit die Kilowattstunde Strom aus den AKW immer noch so billig ans Volk verkauft werden könnte. Übrigens: Strom aus Fotovoltaik-Anlagen ist ungiftig, strahlt nicht und zu guter Letzt schickt die Sonne auch keine Rechnung. Giordano Pauli, Zürich Atomstrom wäre viel teurer. Endlich, endlich gibt es ein paar Informationen zu diesem Thema, die bis jetzt von der Atombranche schlichtweg unter dem Deckel gehalten wurden. Die Branche sprach immer nur vom supergünstigen x-fach amortisierten und schon gar nicht subventionierten Atomstrom. Ich denke, die angegebenen 20,7 Milliarden Franken werden bei weitem nicht genügen. Wie kann man einen Wert schätzen, wenn doch die AKW-Müll-Frage noch ganz offen ist, das heisst ein definitiver Standort fehlt. Nicht erstaunlich ist, dass die Angaben auf Erfahrungen aus Deutschland basieren. Aus dem gleichen Land stammt nämlich auch das Buch «Die Atomlüge» von Sascha Adamek. Dort wird dargelegt, dass der Atomstrom etwa doppelt so viel kosten würde wie Strom aus Wasserkraft und auch deutlich mehr als solcher, aus Windkraft, würde man die tatsächlichen Gesamtkosten berücksichtigen. Es ist von Aufwendungen von insgesamt 200 Milliarden Euro, die dem Staat für diese Technologie angelastet werden, die Rede. Ich hoffe, dass endlich einmal die lang erwartete Kostenwahrheit geschaffen wird und die erneuerbaren Energien nicht einfach immer mit dem Kommentar «Viel zu teuer» abgetan werden. Nur eine kleine Rechnung: Nimmt man das heutige Kostenniveau in Deutschland für schlüsselfertige Fotovoltaik-auf-Dach-Anlagen an, liessen sich mit den 20 Milliarden Franken rein rechnerisch 9,6 Gigawatt (9-mal Gösgen) installieren. Natürlich wäre dies Spitzenstrom, der in der Nacht nicht erhältlich ist. Auch das saisonale Speicherproblem muss zugegebenermassen gelöst werden. Das Problem nämlich, dass ein grosser Überschuss an Strom im Sommer anfällt, im Winter jedoch für die Wärmepumpen viel mehr Strom benötigt wird. Ich bin aber sicher, dass dieses Problem gelöst werden kann. Das ist doch eine Herausforderung für unsere klugen Köpfe an den beiden Eidgenössischen Hochschulen. Arthur Descombes, Kerzers Auch das AKW Leibstadt muss einmal für viel Geld zurückgebaut werden. Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)

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