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Der zufriedene Pfeiler

Mathieu Béda erzielte das 2:1 gegen Xamax, weil er beim FCZ glücklich ist.

Von Ueli Kägi, Neuenburg Xamax war 2:1 besiegt. Die Spieler des FC Zürich zogen sich in die Katakomben zurück. Goalie Johnny Leoni blickte zufrieden zurück auf bewegte Tage mit der Rückkehr als Nummer eins zum FCZ, mit dem Aufgebot für das Nationalteam und diesem Sieg in Neuenburg. Mathieu Béda erzählte von seinem entscheidenden Kopftor. Und kurz darauf liefen die Spieler schon wieder hinaus ins Stadion für ein paar Auslaufrunden, um dafür Sonntag und Montag frei zu erhalten. Zurück in Zürich fuhr Innenverteidiger Béda in den Gasthof Leuen nach Uitikon. Das ist seine Basis, seit er in der Winterpause von 1860 München zum FCZ kam. Er fühlt sich dort so wohl wie im neuen Verein. Er erzählt von den netten Leuten, die er in Zürich getroffen habe, und wie schnell er integriert gewesen sei in der Mannschaft. Das war wichtig für ihn. «Wenn es mir gut geht», sagt der 29-Jährige, «hat das direkten Einfluss auf meine Leistung auf dem Rasen.» Kontrastprogramm zu 1860 Béda brauchte beim FCZ keine Angewöhnungszeit, um der Abwehr Stabilität zu schenken und ein Pfeiler für das Team zu sein.Zürich ist für ihn das Kontrastprogramm zu München. Im Sommer 2008 war er zu 1860 in die 2. Bundesliga gewechselt. Marco Kurz als Trainer und Stefan Reuter als Sportdirektor hatten ihn verpflichtet. Sie waren bald weg. Und mit ihrem Abgang begannen für Béda schwierige Monate. Er war plötzlich nicht mehr Innenverteidiger, sondern defensiver Mittelfeldspieler. Er fühlte sich nicht wohl auf dieser Position. Er sagt, das sei schwierig zu akzeptieren gewesen, doch er habe versucht, seine Rolle zu erfüllen. Nur wurde seine Situation nie mehr besser, nur noch schlechter. Der Klub schlitterte von einer Führungskrise in die nächste. Béda wurde im Herbst 2009 kurzzeitig und im Sommer 2010 auf Dauer aus dem Kader gestrichen. Er wollte weg. Der verpasste Zapfenstreich In Südfrankreich war Béda aufgewachsen. Mit 14 wechselte er ins Fussballinternat der AS Cannes. Er durchlief sämtliche französischen Nachwuchs-Nationalteams und unterschrieb mit 18 bei Bordeaux seinen ersten Profivertrag. Dass er da im ersten Jahr wegen Muskelfaserrissen immer wieder ausfiel, «das hat meiner Karriere nicht geholfen». Der Durchbruch in der Ligue 1 gelang ihm nie. Er war danach beim unterklassigen Nancy, in Belgien bei St. Truiden und Standard Lüttich unter Vertrag. Er wechselte 2006 nach Kaiserslautern, stieg mit den «Roten Teufeln» in die Bundesliga auf und wurde Captain, bevor er nach München weiterzog. Heute träumt er davon, irgendwann einmal in die Ligue 1 zurückzukehren. Aber er möchte seine Erfahrungen nicht missen. Er glaubt, dass ihn die Reisen durch vier Länder «offener» gemacht hätten. In den Verhandlungen mit dem FCZ hatte Béda ein gutes Gefühl, «und dieses Gefühl erweist sich jetzt als richtig». Daran haben auch die Tage vor Neuenburg nichts geändert. Der FCZ hatte den bisherigen Stammgoalie Andrea Guatelli suspendiert und Béda gebüsst, weil sie beim Abschiedsessen von Eric Hassli zwei Tage vor dem Match in Basel zu lange in einem Restaurant sitzen geblieben waren. Im Gegensatz zu Guatelli gab Béda seinen Verstoss gegen die Klubordnung sofort zu. Er sagt, er habe die Zapfenstreich-Regelung gar nicht gekannt und die Geldstrafe sofort akzeptiert. Die Geschichte hat ihn nicht belastet, weil er findet, er habe sich weitgehend korrekt verhalten. Er sei zum Essen gefahren und um Mitternacht wieder ins Hotel.Für ihn sei logisch gewesen, dass er zwei Tage vor einem Match keinen Alkohol trinke. Das Lob für Djurics Flanken Gegen Xamax gelang dem 188 cm langen Béda das 2:1 mit einem Kopfball. Es war an einem Abend, an dem die Offensivspieler trotz bester Möglichkeiten keine Treffer erzielten, das zweite Tor eines Innenverteidigers. Nachdem Jorge Teixeira das 1:0 erzielt hatte. Béda findet, er sei schon immer ein torgefährlicher Spieler gewesen, doch er habe angesichts seiner Möglichkeiten nicht oft genug getroffen. 1 Tor für Bordeaux, 3 Tore für St. Truiden, 1 Tor für 1860, so lautete seine bisherige Bilanz. Er glaubt, dass beim FCZ weitere Treffer folgen, weil er die Qualität von Dusan Djurics stehenden Bällen kennen und schätzen gelernt hat, der Schwede bereitete in Neuenburg beide Tore vor. Von einem «ganz wichtigen Sieg gegen Xamax» spricht Béda. Er tut das, weil er beim FCZ «nur einen Gedanken» verfolgt: Er will Titel gewinnen. Er will im Cup triumphieren. Und er will Meister werden. Mathieu Béda (links) stürmt nach dem 2:1 begleitet von Jorge Teixeira in die Kurve mit den FCZ-Fans.Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

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