Zum Hauptinhalt springen

«Der Vorstoss für Alterswohnungen kommt Jahre zu spät»

Die Richterswiler Gemeinderätin Renate Büchi (SP) stört sich an der Initiative, die statt des neuen Pflegeheims Alterswohnungen fordert.

Mit Renate Büchi sprach Dorothea Uckelmann Frau Büchi, wie haben Sie als zuständige Gemeinderätin die Einzelinitiative von Marlies Zaugg von der FDP und Walter Leuthold von der SVP aufgenommen, die von der Gemeinde eine Studie für den Bau von Alterswohnungen an der Gartenstrasse fordert? Ich bin erstaunt über den Zeitpunkt. Meiner Meinung nach hätten Marlies Zaugg und Walter Leuthold die Initiative vor vier Jahren machen sollen, als wir das Land dort für den Bau eines Pflegeheims kauften. Nun haben wir schon einiges an Energie, Zeit und Geld in das Projekt investiert. Wenn wir es jetzt stoppen, wette ich, dass in den nächsten fünf Jahren gar nichts realisiert wird. Waren Sie im Vorfeld über die Initiative informiert? Nein, Sie kam für mich überraschend. Keiner der Initianten ist auf mich zugekommen. Was halten Sie von der Initiative? Ich streite nicht ab, dass es in Richterswil nur ein kleines Angebot an Alterswohnungen gibt. Mich stört jedoch, dass nun zwei Projekte am gleichen Ort gegeneinander ausgespielt werden, obwohl es sich um zwei berechtigte Anliegen handelt. Nämlich um Pflegeplätze und um Wohnungen für alte Menschen. Wichtig zu wissen ist dazu, dass wir derzeit intensiv am Gestaltungsplan für das Projekt Wisli-Areal-Plus arbeiten. Worum geht es dabei? Die Gemeinnützige Genossenschaft Richterswil verfügt über Land direkt neben dem Alterszentrum im Wisli, das wir mit dem Wisli-Areal der Gemeinde zu einem grossen Grundstück zusammenführen könnten. Auf dem Land der Genossenschaft stehen drei Miethäuser, die abgerissen werden sollen. Dort ist unter Federführung der Genossenschaft eine Alterswohnsiedlung geplant. Somit würde auch der Bedarf an Alterswohnungen gedeckt. Falls Ihr Projekt eines Pflegeheims an der Gartenstrasse scheitern würde, gäbe es künftig zu wenig Pflegeplätze. Initiant Walter Leuthold schlägt vor, dass sich Pflege-bedürftige dann in einer anderen Gemeinde umsehen sollen. Die Aussage von Walter Leuthold, dass pflegebedürftige Menschen in andere Gemeinden ausweichen müssen, finde ich leichtfertig. Denn für diese Menschen ist der Wechsel von ihrer Wohnung in ein Pflegeheim ein einschneidendes Ereignis. Zudem sind auch in anderen Orten die Pflegeplätze rar und schwer zu finden. Ausserdem ist es uns ein Anliegen, dass die Richterswiler in ihrer Gemeinde bleiben können. Ist die Initiative eine Reaktion auf die lange und teilweise gescheiterte Planung des Gemeinderats im Altersbereich? Unsere Planung ist nicht gescheitert. Für grosse Projekte benötigt man Zeit. Zudem kann es zu Schwierigkeiten – auch von aussen – kommen, die zu einer Pause führen. Zweimal hat die Bevölkerung unserer Planung im Altersbereich zugestimmt: dem Landkauf an der Gartenstrasse und dem Kredit für den Studienauftrag für ein Pflegeheim. Nun befinden wir uns kurz vor der Ziellinie. Wie gehen Sie jetzt vor? Wir werden uns auf die Gemeindeversammlung am 9. März vorbereiten, an welcher der Vorstoss von Marlies Zaugg und Walter Leuthold den Bürgern zur Abstimmung vorgelegt wird. Der Gemeinderat empfiehlt, die Initiative abzulehnen. Unser Projekt für ein Pflegeheim werden wir bis dahin weiter vorantreiben. Derzeit laufen die Ausschreibungen. Wir werden versichern, jeweils so offen wie möglich darzulegen, woran wir gerade sind. Hier, auf einem Grundstück neben dem Zentrum im Wisli, sind laut Renate Büchi bereits Alterswohnungen geplant.Foto: Archiv TA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch