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«Der Umsturz war nicht geplant»

Kurt Hänggi war während seiner Zeit als Uetiker Gemeindepräsident ein Kritiker des Vorstands der Genossenschaft Stöckli. Nach einem Coup ist er nun selbst Präsident des Vorstands.

Mit Kurt Hänggi sprach Ev Manz Kurt Hänggi, war dieser Coup (siehe Kasten) seit jeher Ihr Ziel? Nein, ganz und gar nicht. Mit meiner Exekutiverfahrung sah ich es einfach als meine Pflicht an, die Wogen in der verfahrenen Situation etwas zu glätten. Dass es zum Umsturz kommen würde, war nicht von langer Hand geplant. Warum ist es dann zu diesem Wechsel gekommen? Der Konflikt schwelte ja schon seit Jahren, das Vertrauen zwischen dem Vorstand, den Bewohnern und den Genossenschaftern war in diesem Jahr auf dem Tiefpunkt angelangt. Die Sorgen und Ängste der Bewohner wurden vom Vorstand überhört, und die Vorschläge der beiden Genossenschafter Nik Kläntschi und Hermann Rauber für eine gemässigte Renovation wurden nur mit Widerwillen zur Kenntnis genommen. Da sagte ich der Genossenschaft meine Unterstützung bei der Durchsetzung dieser Vorschläge zu. Ein paar Leute wollten den Vorstand vom Projekt überzeugen, ohne viel Geschirr zu zerschlagen. Diese Überzeugungsarbeit scheint keine Früchte getragen zu haben. Nein, tatsächlich nicht. Der ehemalige Vorstand ist noch immer der Ansicht, dass die beschlossene Sanierung für 1,6 Millionen falsch sei. Er lehnte es ab, die Initianten der sanften Sanierung beratend beizuziehen. Weil das Vertrauen in den Vorstand weg war, formierten sich die Bewohner und Genossenschafter und sammelten Unterschriften für Neuwahlen des Vorstandes. Einige aktive Genossenschafter stellten sich für das Gremium zur Verfügung und wurden mit grosser Mehrheit gewählt. Nun sind Sie am Ruder. Wie wollen Sie konkret die Wogen glätten? Wichtig ist mir ein anständiger Umgang mit Bewohnern und Genossenschaftern. Die Entscheide des Vorstandes sollen nachvollziehbar und transparent sein. Deshalb sollten Bewohner auch im Vorstand Einsitz nehmen, was die Statuten momentan nicht erlauben. Auch die Vergleichbarkeit der Rechnungslegung möchten wir verbessern. Bis zur nächsten Generalversammlung möchten wir diese Ziele umsetzen. Wohin zielt der Vorstand in Sachen Sanierung? Es gilt nun, die Vorarbeit von Nik Kläntschi und Hermann Rauber, wie sie an der Generalversammlung vorgestellt wurde, in die Tat umzusetzen. Das heisst also, Sie halten am alternativen Sanierungsprojekt für 1,6 Millionen fest. Die Genossenschaft hat die massvolle Sanierung für 1,6 Mio. Franken mit überwältigendem Mehr beschlossen. Die beiden Sanierungsvorschläge des ehemaligen Vorstandes für 3 oder 6 Millionen sind vom Tisch. Hat die Genossenschaft überhaupt genug Geld für die Sanierung? Ja. Im Verlauf der letzten 25 Jahre ist der für eine solche Sanierung notwendige Betrag zurückgestellt worden. Nach sieben Jahren als Gemeindepräsident sind Sie nun Genossenschaftspräsident. Was treibt Sie zu diesem öffentlichen Engagement an? Als Gemeindepräsident war ich Delegierter des Gemeinderates bei der Genossenschaft und so in die Projekte involviert. Deshalb kenne ich den Betrieb und bin überzeugt, dass er ein wichtiger Mosaikstein in der Altersplanung von Uetikon ist. Nach dem Austritt aus dem Gemeinderat trat ich dann im Sommer der Genossenschaft bei. Haben Sie sonst eine Beziehung zur Genossenschaft? Nicht direkt, aber in mit 63 Jahren macht man sich Gedanken über Wohnformen im Alter. Und für mich wäre diejenige des Stöcklis denkbar. Werden Sie sich im Frühjahr einer Wiederwahl stellen? Sicher, unsere Ziele lassen sich nicht innert eines halben Jahres erreichen.

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