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Der Spezialist für Alarmsysteme hat Hochsaison

René Werge bietet in der Au Anlagen an, die Bilder vom Haus aufs Handy des Besitzers schicken.

Von Daniel Stehula Au – Die Auftragslisten für René Werge von der Alarm- und Sicherheitsanlagenfirma Werge in der Au werden länger, je kürzer die Tage werden. Werge ist einer der Anbieter von Sicherheitslösungen am linken Seeufer. Wer zu ihm kommt, hat meist ein Präventionsgespräch mit der Kantonspolizei geführt und wurde auf Schwachstellen des Gebäudes hingewiesen. Ausserdem hat er sich dagegen entschieden, die Fenster und Türen seines Hauses ersetzen zu lassen, um einem Einbruch vorzubeugen. Wer zu Werge kommt, wünscht sich eine elektronische Lösung. Der Unternehmer hat durchaus elegante Möglichkeiten zur Sicherung und Überwachung des Eigenheims: Bewegungsmelder, Videokameras, Codeschlösser – die Alarmanlage kann automatisch ein SMS und ein Bild auf das Handy des Hausherrn schicken. «Auf diese Weise kann man im Büro kontrollieren, wer zu Hause die Wohnung betritt», sagt Werge. Gewisse Bewegungsmelder lassen sich so einstellen, dass Haustiere keinen Alarm auslösen. Die Bilder der Überwachungskamera werden digital gespeichert. René Werge sagt, für 5500 Franken liesse sich ein Einfamilienhaus schützen: zwei bis drei Bewegungsmelder, eine Zentrale und eine Verbindung zum Mobiltelefon. Der Fachmann spricht dabei von einem Abwesenheitsschutz: Die Wohnung wird überwacht, während die Bewohner nicht zu Hause sind. «Gegen oben ist das Preisspektrum in Sachen Sicherheitsanlagen offen», sagt er. Massgeblich ist das Sicherheitsbedürfnis der Kunden. Wer das ganze Haus elektronisch sichern lassen will, muss dafür je nach Anzahl Fenster und Türen zwischen 15 000 und 20 000 Franken investieren. Manche Klienten Werges interessieren sich auch für eine Überwachung des Gartens und der Garage – Kostenvoranschläge für solche Projekte können sich auch mal auf 300 000 Franken belaufen. «Das A und O ist, die Sicherheitssysteme offen zu planen», sagt Werge. Dadurch lasse sich eine Alarmanlage bei Bedarf erweitern. Opfer sichern Haus mehr ab Die meisten Anfragen für das Installieren von Alarmanlagen bekommt Werge im Herbst und Winter. Er sagt, dann würden die Hausbesitzer daran erinnert, dass sie ihr Zuhause absichern müssten. «Aber eine Saison für Einbrecher gibt es nicht», sagt Werge, diese Erfahrung habe er gemacht. Statistisch erfasst ist zwar ein Anstieg der Einstiege in fremde Wohnungen im Herbst und Winter. Doch eingebrochen werde immer, sagt der Alarmanlagenverkäufer und fügt an: «Einbrecher haben geregelte Arbeitszeiten wie Sie und ich.» Die Sicherheitsbranche aber hat sich darauf eingestellt, dass ihre Kunden gegen Jahresende an Alarmanlagen und dergleichen denken. Die Sicherheitsmesse findet jeweils Mitte November statt. Die ruhigeren Sommermonate überbrücken die Firmen mit Wartungsarbeiten an den Sicherheitsanlagen, die sie installiert haben. Im Bezirk Horgen gibt es attraktive Wohnlagen und gut situierte Bewohner. Das zieht Einbrecher an. Trotzdem sind nicht alle Einfamilienhäuser und Parterrewohnungen mit einem Einbruchschutz versehen. Werge sagt, dass Personen, die bereits einen Einbruch hinter sich hätten, mehr Geld und Aufwand in ihre Sicherheit stecken. «Es ist dieses Gefühl von Unbehagen, das man mir immer wieder schildert», sagt er. nach einem Einbruch fühlte sich eine Hausfrau lange unsicher. Im Gespräch mit Werge sagte sie, sie sehe ständig den fremden Schuhabdruck auf dem weissen Teppich im Schlafzimmer und die zerwühlte Unterwäsche in der Kommode. Der Bezirk Horgen, für vermögende Klientel bekannt, ist ein beliebtes Ziel für Einbrecher: Rund 14 Prozent aller Dämmerungseinbrüche, zu denen es im Kanton während der vergangenen zwei Monate kam, wurden hier registriert. Jüngstes Beispiel: Am Mittwochabend sind aus einem Reihenhaus in Wädenswil Geld und Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Franken gestohlen worden. Ähnlich hohe Werte weisen nur die Bezirke Bülach, Dietikon und Uster auf. Trotzdem ist die erste Zwischenbilanz der Kantonspolizei Zürich in Sachen Dämmerungseinbrüche in diesem Jahr positiv. Im Kanton wurden lediglich 165 Fälle registriert, im Vorjahr waren es 265. Marcel Strebel von der Kantonspolizei nennt dafür zwei Gründe: mehr Polizeipatrouillen und die Wirkung der Präventionskampagne «Verdacht – Ruf an – Polizeinotruf 117». Zudem nähmen immer mehr Personen kostenlose Sicherheitsberatungen der Polizei in Anspruch. (pkl)

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