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Der RBS feiert «oranges» Jubiläum

Eine ausgebaute Werkstätte, ein brandneuer Zug und ein 25-Jahre-Jubiläum. Der RBS hat viel zu feiern. Deshalb lud das Bahnunternehmen am Samstag in Worb zum Tag der offenen Tür ein und hatte noch eine Überraschung parat.

Ein Schlüsselloch, das den Blick frei gibt auf eine Orange. Mit diesem schlichten Sujet machte der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) in den vergangenen Tagen in diversen Tageszeitungen auf den 22.August aufmerksam. Denn am Samstag hatte der RBS gleich drei Gründe zum Feiern: Der Ausbau der Werkstätte in Worbboden ist nach zweieinhalb Jahren abgeschlossen, der erste von sechs neuen Niederflur-Zügen ist da, und der RBS feiert sein 25-jähriges Bestehen. Das ist Anlass genug, um den Fahrgästen und allen anderen etwas Spezielles zu bieten, dachte sich der RBS und gewährte einen Blick hinter die Kulissen eines ÖV-Betriebes. Notbremse für 10 Franken Die Anreise von Bern nach Worb ist nostalgisch. Für den Tag der offenen Tür in der RBS-Werkstätte Worbboden verkehrt im Stundentakt das «Pendler-Pintli». Diese Antiquität auf Rädern hatte bereits 1916 mit dem Ausschank von Bier und Kaffee den Heimweg der Werktätigen erleichtert. In der Werkstätte Worbboden erwartet die Besucher den ganzen Tag eine grossflächige Ausstellung – vom einzelnen Zahnrad bis zur ganzen Zugskomposition. Schon um zehn Uhr morgens schwärmen die Besucher neugierig in alle Ecken der Werkstätte aus. Die gesamte RBS-Fahrzeugflotte – auch die ganz alten Modelle – können von innen und aussen begutachtet werden. Und wer als täglicher ÖV-Nutzer die Inneneinrichtung bereits auswendig kennt, kann auch einmal einen Zug von unten betrachten. Ermöglicht wird dies durch einen begehbaren Gang, der unter den Zügen hindurch führt. Als Kindermagnet entpuppt sich ein Fahrsimulator, auf dem man die Strecke Worb–Bern probefahren kann. Dies ist sonst nur Lokführern in der Ausbildung vorbehalten. An einem Stand können sich Sammler mit ausgedienten RBS-Utensilien bereichern. Wie wärs mit einer alten Notbremse für 10 Franken? Oder doch lieber ein Steuerrad für 20 Franken? Der Schnellste von allen 14,2 Millionen Franken liess sich der RBS den Ausbau der Werkstätte kosten. In den letzten zweieinhalb Jahren wurde dabei die Fläche verdoppelt. In Worbboden führt der RBS hauptsächlich die Totalrevisionen an seinen Triebzügen und Trams durch. Ab Dezember ist die Werkstätte für die Revision von sechs neuen Züge verantwortlich. Dann verkehren nämlich die modernen «Niederflur-Express-Triebzüge» mit dem schnittigen Kürzel «NExT» zwischen Bern und Solothurn. In Worbboden können die Besucher den brandneuen «NExT» der Stadler Rail in Altenrhein begutachten. Der neue Flitzer in Orange wartet mit ein paar Neuheiten auf: Er ist – im Gegensatz zu älteren Zügen – klimatisiert. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h ist er das schnellste Meterspur-Fahrzeug der Schweiz. Und der «NExT» ist durchgehend begehbar – ebenfalls ein Novum. Grosse Feier im Jahr 2013 Bei so viel Attraktionen geht beinahe das Jubiläum vergessen. In einer Ansprache macht RBS-Direktor Hans Amacker aufmerksam, dass man dieses Jahr «nur» die Fusion der Vereinigten Bern-Worb-Bahnen (VBW) und der Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahnen (SZB) feiere. Die richtig grosse Sause steigt erst im Jahr 2013, wenn es heisst: 100 Jahre Worblentalbahn. Am Ende seiner Ansprache wartete Amacker noch mit einer Überraschung auf. Ab Dezember wird der RBS die Fahrgäste mit vier zusätzlichen Eilzügen pro Tag auf der Strecke Bern–Worb bereichern (siehe Kasten). Der Blick durchs RBS-Schlüsselloch hat sich für die Besucher gelohnt. Keine Orangen wie auf dem Flyer warteten hinter der Türe, sondern eine Ausstellung ganz in Orange – naja, nicht ganz: Da war ja immer noch das «Blaue Bähnli» der RBS, das für farbliche Abwechslung sorgte. Michael Bucher >

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