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Der Kranich des Glücks Iwao Yamaguchi, Origami und Kirie

Das Blatt, welches Iwao Yamaguchi mit flinken Fingern faltet und mit einem Messer ritzt, ist gut A4-gross. Sorgfältig öffnet er es, und es erscheinen neun Kraniche. Kraniche sind Glücksbringer. Glück, das könne man in Japan jetzt brauchen, meint er. Den kleinsten Kranich faltet er aus einem 6 mal 6 Millimeter grossen Papierfetzchen. Daneben entstehen Elefanten und Pandabären. Mit Besuchern bastelt er eigentümliche Figuren, die Purzelbäume schlagen. Iwao Yamaguchi kommt aus Tokio, lebt aber seit längerem in der Schweiz, in Adliswil. Was geht in ihm vor, wenn er die Bilder aus seiner Heimat sieht? «Ich kenne mich mit meinen Landsleuten manchmal selbst nicht mehr aus. Weiss selbst nicht mehr, wie sie denken. Ich habe seit dem Erdbeben ein paarmal mit meinen Angehörigen in Japan telefoniert. Sie erzählen, wie es war, als die Erde bebte. Wie die Häuser schwankten. Aber sie bleiben dabei ganz ruhig. Sie wirken auf mich nicht, als ob sie Angst hätten. Nein, sie haben keine Angst. Es gibt keine Panik, keine Hysterie. Was ihnen Sorge macht, ist die Stromknappheit. Sie erzählen mir, wie sie versuchen vorzukochen, wenn genug Strom da ist. Sie organisieren sich offensichtlich wohlüberlegt. Über die Radioaktivität sagen sie nicht viel.»

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