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Der Kanton Zürich zerfällt in zwei LagerDer Kanton Zürich zerfällt in zwei gleich grosse Lager

Laut dem Statistischen Amt verläuft der Graben bei Abstimmungen nicht in erster Linie zwischen Stadt und Land.

Von Mario Stäuble Zürich – Seit über zehn Jahren spaltete keine eidgenössische Vorlage den Kanton so stark wie die Waffen-Initiative – die Zustimmung schwankte zwischen 10?Prozent (Bachs) und 65 Prozent (Stadt Zürich).Peter Moser vom Statistischen Amt des Kantons Zürichanalysiert regelmässig die Abstimmungsresultate. Ersieht zwar einen Unterschied zwischen Stadt und Land: «Klar, die Ja-Stimmen sind eher in den Städten zu finden.» Es gebe aber Gegenbeispiele: Der Stadtkreis Schwamendingen habe die Initiative mit 52,3 Prozent nur knapp angenommen; dagegen hätten ländlich geprägte Gemeinden aus dem Knonauer Amt verhältnismässig hohe Ja-Anteile erzielt. Das Bild vom Graben zwischen Stadt und Land greife deshalb zu kurz. Moser sieht den entscheidenden Unterschied woanders. Die letzten Urnengänge hätten einige Vorlagen von begrenzter praktischer Tragweite gebracht, die dennoch Grundsatzdiskussionen auslösten. Dabei sei es den Wählern stets um dieselbe Frage gegangen:«Was bedeutet es für mich, Schweizer zu sein?» Aus einer Abstimmung sei eine Suche nach der eigenen Identität geworden. Die Blöcke verändern sich kaum Typische Beispiele sind laut Moser die Minarett-Initiative, die Ausschaffungsinitiative oder eben die Waffen-Initiative. Die Zürcher Wähler teilen sich in diesen Fällen in zwei relativ kompakte Blöcke auf. Auf der einen Seite steht ein «konservatives» Lager, das die Unabhängigkeit der Schweiz betont, eine kritische Einstellung zu Ausländern hat und sich für die traditionelle Familie einsetzt. Auf der anderen Seite vertritt ein «progressives» Lager die Gegenmeinung.Interessant sind vor allem zwei Dinge: Die beiden Blöcke sind beinahe gleich gross – und verändern sich kaum. Die Waffen-Initiative nahmen 50,4 Prozent der Wähler an. Der Ausschaffungsinitiative stimmten 50,8?Prozent zu, bei der Minarett-Initiative waren es 51,8 Prozent. Moser sagt: «Die Bruchlinie ist konstant. Man würde wohl nur wenige Leute finden, die vom Verhalten ihres‹Lagers› abweichen.» Ob die Frauen das Abstimmungsergebnis der Waffen-Initiative speziell prägten, wird Moser erst nach der Auswertung einer Umfrage sagen können. Kampfzone Agglomeration, Seite 11

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