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Der grosse Auftritt der Meilemer Zirkus-Kinder in der Pipistrello-Manege

Als Zauberer oder Clown im Zirkus aufzutreten, davon träumt fast jedes Kind. Für 100 Kinder ging dieser Traum im Circolino Pipistrello in Erfüllung.

Von Regina Scharf Meilen – Die Aufführung beginnt mit einem spektakulären Mord. Noch sind zwei Nachwuchsartistinnen mit der Spurensuche beschäftigt, da bereiten die Pipistrelli – kurz Pipis – im Hintergrund bereits die nächste Zirkusnummer vor. Nahezu unsichtbar ziehen sie die Fäden, befestigen Seile, verschieben Requisiten, löschen brennende Reifen und Fackeln, öffnen und schliessen den Vorhang – und erfüllen vielen Kindern den Traum, einmal im Schweinwerferlicht der Manege zu stehen. Eine faszinierende Welt Das tun sie dann auch: Seiltänzer und Clowns, Feuerspucker, Vertikaltuch-Artisten, Zauberer und viele andere zeigen, angekündigt von den Programmdirektoren, die einstudierten Zirkusnummern. Und obwohl die jungen Künstler alles andere als routiniert sind, ist von Lampenfieber nichts zu spüren, und die Nummern gelingen fast ausnahmslos. Ungeachtet des enormen Freizeitangebots für Kinder, scheint der Zirkus von seiner Anziehungskraft nichts verloren zu haben. «Fast jedes Kind ist fasziniert von der aufregenden und farbigen Zirkuswelt», erklärt Miriam Foster, Pressesprecherin der Pipistrelli. Hier hätten die Kinder die Möglichkeit, in die Rollen von Zauberern, Clowns und Artisten zu schlüpfen und vor einem Publikum aufzutreten. Grosser Andrang «Von der Zirkuswoche hat mir die heutige Vorführung am besten gefallen», sagt der neunjährige Lukas aus Uerikon. Er gehe sehr gerne in die Zirkusvorstellung, darum habe ihn auch interessiert, wie Zirkus gemacht wird. Fasziniert von der Möglichkeit, auf einer Bühne zu stehen, ist auch die zwölfjährige Gioia. «Meine Tochter interessiert sich von klein auf für Rollenspiele», sagt Kasia Kohlbacher. Ihre Rolle als Programmdirektorin sei ideal, da sie Theaterspiel und Zirkus miteinander verbinde. Der Circolino Pipistrello gehört schon seit 15 Jahren zum Ferienplauschangebot im Bezirk Meilen. Wie begehrt die 100 Plätze sind, zeigt sich im Gespräch mit Eltern und Kindern. «Gioia hat sich insgesamt viermal für den Kinderzirkus beworben», erzählt Kasia Kohlbacher. Beim vierten Mal habe es endlich geklappt. Mehr Glück hatte Lukas: Er und seine Schwester Julia sind bereits das zweite Mal mit von der Partie. «Wir wussten, dass viele Leute ihre Kinder noch in derselben Nacht anmelden, in der das Ferienplauschangebot im Internet freigeschaltet wird, und sind entsprechend früh aufgestanden», berichtet der Vater der beiden. Der grosse Andrang wird auch von Pia Giubellini-Pfeuti, der zuständigen Organisatorin des Circolino Pipistrello im Rahmen des Ferienplauschs der Pro Juventute, bestätigt. In den letzten Jahren sei die Zahl der Bewerber immer grösser gewesen als das Platzangebot. Dieses Jahr hätten zu ihrer Überraschung alle interessierten Kinder teilnehmen können. Laut der Organisatorin haben die Kinder der Gemeinde, in welcher der Zirkus gastiert, Vorrang bei der Teilnahme. Pia Giubellini-Pfeuti begründet dies mit der Unterstützung, die nötig sei, damit der Zirkus überhaupt engagiert werden könne. «Wir sind vor allem auf die Unterstützung der Schulgemeinden angewiesen, die mit ihren grossen Pausenplätzen, Turnhallen und sanitären Anlagen über die Infrastruktur verfügen, die der Zirkus benötigt», sagt sie. Dazu komme ein finanzieller Zustupf, ohne den so ein Projekt in der heutigen Zeit kaum möglich wäre. «Unsere Idee ist, dass sich die Gemeinden abwechseln, damit alle zirkusbegeisterten Kinder im Bezirk die Chance haben, einmal mitzuwirken.» Ausgelassenheit am Schluss Im Gegenzug erhält die Gemeinde Meilen, in welcher der Zirkus das zweite Mal seit 1995 gastiert, ein fröhliches Zirkusprogramm und viele strahlende Gesichter inner- und ausserhalb der Manege. Dass die Show wohl doch nicht ganz ohne Lampenfieber vonstatten ging, zeigt die grosse Ausgelassenheit der versammelten Nachwuchsartisten am Ende der Vorstellung. Sogar der Mordfall konnte aufgeklärt werden, bevor sich der Vorhang das letzte Mal schloss. «Ich bin hell begeistert», ruft eine Mutter, als sie das Zirkuszelt verlässt. Der Zirkus-Nachwuchs zeigt gewagte Akrobatik auf dem Seil. Foto: Daniel Kellenberger Bildlegende. Foto: Vorname Name, Agentur

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