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Der Emmentaler Traum des Daniel Steiner

Für die Langnauer Playoff-Premiere legte der zweitbeste Skorer mit Schweizer Pass seine Auslandpläne vorerst auf Eis.

Torschütze des Wochenendes Von Philipp Muschg Der Jubel kannte kaum Grenzen am Samstagabend in der Langnauer Schlachthauskurve, in der die treuesten Fans der SCL Tigers ihr Team anfeuern. Weniger als drei Minuten vor Schluss hatte Daniel Steiner das entscheidende 4:2 für die Gastgeber gegen Lugano erzielt, gegen ein Team, dessen Salärkosten gut das Doppelte der Tigers betragen – und das in der Tabelle doch 15 Punkte weniger hat. Der Traum der fünftplatzierten Emmentaler, erstmals in ihrer Geschichte das Playoff zu schaffen, ist lebendiger denn je. Auf dem Weg zur Verwirklichung ist Daniel Steiner ein Schlüsselspieler. Nur ein einziger Schweizer, Davos-Stürmer Reto von Arx, hat diese Saison mehr Skorerpunkte erreicht als der Kirchberger, der auf diese Saison hin zum zweiten Mal nach Langnau zurückkehrte. Die Top-Ligen als Ziel Steiner ist seit frühen Tagen ein Eishockeyreisender. Als Junior zog er via Burdorf zum SCB, wo er mit 19 Jahren wieder ausgemustert wurde, weil man ihm die NLA-Tauglichkeit absprach. So ging er eben nach Langnau, und hier arbeitete er sich mit viel Ehrgeiz vom Ergänzungsspieler zum Leistungsträger empor. Das blieb auch dem ZSC nicht verborgen, der ihn nach Zürich lockte, wo sein Engagement aber ebenso glücklos endete wie danach bei den Lakers – nicht zuletzt aus gesundheitlichen Gründen. Erst die Rückkehr ins Emmental brachte 2008 wieder Ruhe und persönlichen Erfolg in seine Karriere: 40 Skorerpunkte erreichte der Flügel, doch ins Playoff kamen die Tigers auch bei Steiners 7. Anlauf nicht. Danach verfolgte Steiner seinen eigenen Traum: Er wollte auf die grosse Eishockeybühne, in die NHL oder in eine europäische Top-Liga. Er reiste zu Probetrainings, spielte in zweit- und drittklassigen Ligen in Nordamerika, bestritt die Vorbereitung mit Servette, war als Gastspieler am Spengler Cup. Noch im letzten Sommer hoffte der 30-Jährige auf ein Engagement in Russland oder Schweden. Als sich keines ergab, unterschrieb er einen auf zwei Monate befristeten Vertrag bei den Tigers. Bei der zweiten Rückkehr sollte eine Hintertüre offen bleiben – auch wenn Steiner festhält: «Ich fühle mich inzwischen schon als Langnauer.» Zurück im Nationalteam Der Ehrgeizige und die Tigers: In dieser Saison geht diese Rechnung perfekt auf. Skorer Steiner betont, wie gering das Gefälle im Team sei und wie jeder seine Aufgabe genau kenne. Er schwärmt von der grossen Chance, diese Saison Teil von «etwas Grossem, Historischem» zu werden, und er hat für Langnaus mögliche Playoff-Premiere seinen Vertrag bis Ende Saison verlängert. Was danach kommt, weiss Steiner selbst noch nicht. Er will sich nur auf die Gegenwart konzentrieren. Dazu gehört vor Weihnachten der erste Auftritt in der Nationalmannschaft seit vier Jahren. Und dazu könnte auch erneut ein Engagement als Gastspieler am Spengler Cup gehören. Nicht nur als Schaufenster diesmal, sondern als Vorbereitung fürs Playoff.

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