Zum Hauptinhalt springen

Der Altmeister und die Jungschar

Auch dank der zahlreichen Absenzen kann der 37-jährige Marcel Jenni beweisen, dass er noch ein Vertragsjahr wert ist.

Schweizer Routiniers Die ältesten Feldspieler der NLA Martin Steinegger Biel39 Jahre, 286 Tage Marcel Jenni Kloten37 Jahre, 271 Tage Jörg Reber Langnau37 Jahre, 206 Tage Patrick Oppliger Zug36 Jahre, 262 Tage Sandy Jeannin Fribourg35 Jahre, 273 Tage Reto von Arx Davos35 Jahre, 86 Tage Ivo Rüthemann Bern34 Jahre, 351 Tage Dominic Meier Bern34 Jahre, 337 Tage Benjamin Winkler Kloten34 Jahre, 279 Tage Martin Plüss Bern 34 Jahre, 237 Tage Von Silvan Schweizer Es sind ermüdende Tage für Anders Eldebrink. Der Flyers-Coach schläft schlecht, weil er sich in der Nacht jeweils das Hirn zermartert: Wer soll wo spielen? Wer soll welchen Verletzten ersetzen? Zehn Absenzen beklagte der Schwede am Samstag in Langnau. Fünf gelernte Verteidiger hatte er nur zur Verfügung, darunter den 18-jährigen Marti und den 20-jährigen Mettler. Und Stürmer Keller (21), vom NLB-Team Visp gekommen, half ebenfalls hinten aus. Trotz dieser Unerfahrenheit in der Defensive siegten die Klotener 4:3. Und die Begegnung vom Vortag gegen den EVZ (4:5) hätten sie aufgrund des Chancenplus eigentlich ebenfalls gewinnen müssen. In diesen Spielen sind die Routiniers besonders gefordert, als Redner und Antreiber in der Garderobe, als vorbildliche Kämpfer an der Bande, Typen wie Marcel Jenni. «Wir haben uns diese Mentalität über die Jahre aufgebaut», sagt er. «Selbst wenn Schlüsselspieler ausfallen: Die Jungen wissen, wie bei uns der Hase läuft. Es passieren dann halt ein paar Fehler mehr, aber das können wir durch unseren Willen kompensieren.» Vorsichtige Flyers Für Jenni ist die Pechserie der Ausfälle auch eine Chance. Nun ist er in die erste Linie neben Santala und Stancescu gerückt, kann zeigen, was mit 37 Jahren noch in ihm steckt. Und gegen Zug zeigte er mit zwei Toren auch, welchen Wert er für die Flyers haben kann. Er aber winkt ab: «Ich bin nicht darauf angewiesen, wo ich eingesetzt werde. Ich kann auch im vierten Block noch gut spielen und Verantwortung übernehmen.» Trotzdem ist es für ihn der ideale Zeitpunkt, um sich für ein weiteres Vertragsjahr zu empfehlen. «Ja, ich möchte weiterspielen», sagt er. «Wo, weiss ich noch nicht – am liebsten in Kloten.» Die Flyers jedoch sind vorsichtig geworden und warten ab. Letztes Jahr verlängerten sie mit Jenni Anfang Dezember, im Januar musste er das Knie operieren lassen und fiel bis Saisonende aus.Im Sommeraufbau hatte Jenni danach so manche Krise durchzustehen. «Als ich wieder aufs Eis ging, merkte ich: ‹Oh, da fehlt aber noch einiges!›», erzählt Jenni. «Da musste ich mich entscheiden. Und ich entschied, noch einmal viel Arbeit zu investieren. Ich bin immer noch ehrgeizig, spüre die Spielfreude. Eishockey ist meine grösste Leidenschaft – neben der Familie.» Dass er den Vertrag für seine 20. Profisaison, die 8. in Kloten, allerdings noch nicht in der Tasche hat, scheint ihn nicht zu beunruhigen: «Darum kümmere ich mich gar nicht. Vielleicht in der nächsten Länderspielpause.» Er schmunzelt und verspricht den Verantwortlichen der Flyers: «Ich habe mich gut auskuriert. Mein Knie hält die nächsten 30 Jahre.»Noch vier auslaufende Verträge sind offen: Hollenstein muss sich nach seinem späten Einstand erst wieder beweisen. Die Gespräche mit Santala verlaufen aufreibend wegen der Forderungen des Finnen – zu lange Vertragsdauer, zu hoher Lohn. Und dann sind da noch die beiden Erfahrenen: Winkler (34) fehlte am Samstag zum x-ten Mal, diesmal wegen einer «Tomate» am Oberschenkel. Es wird eng für ihn, zumal die Flyers den Markt nach Verteidigern durchforsten. Jennis Chancen sind da weit grösser. Marcel Jenni.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch