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Dem Stäfner Dorffest droht das Aus

Das Blitzdorffest Räbe-Räne findet für zwei Jahre nicht statt. Initiant Tomas Wullschleger und der Gemeinderat haben diesen Entschluss gefasst.

Von Frank Speidel Stäfa – Gähnende Leere vor dem Gemeindehaus und ein verwaister Seeplatz: Trotz hochsommerlicher Temperaturen wollte am letztjährigen Räbe-Räne keine Stimmung aufkommen. Die neunte Auflage des Stäfner Blitzdorffests fiel ernüchternd aus. Seit 2002 findet das Fest immer dann statt, wenn die Reben in Vollblüte stehen – letztes Jahr am 28. Juni. Definiert wird dieser Zeitpunkt anhand von 14 Johanniter-Rebstöcken, die in einer orangefarbenen Mulde gedeihen. Die Gemeinde trägt jeweils die Kosten für die Organisation des Fests – rund 6000 Franken. Ob das Fest gelingt, hängt von der Bevölkerung ab: Sie muss «Aktionen» auf die Beine stellen. Eine Akrobatik-Vorführung, ein Mini-Theater oder eine Gartenbar. Im letzten Jahr haben sich nur noch wenige dafür begeistern können. Jene Aktionen, die es gab, waren kulinarischer Natur und zunehmend kommerzialisiert.Nun hat der Gemeinderat mit dem Initianten des Fests, Tomas Wullschleger, beschlossen, das Fest für mindestens zwei Jahre auf Eis zu legen. Dies schreibt der Gemeinderat in einer gestern versandten Mitteilung. «Es ist vernünftig, das Fest noch nicht ganz sterben zu lassen», sagt Wullschleger, denn das Fest passe zu Stäfa. Stäfa sei schliesslich die grösste Rebbaugemeinde im Kanton Zürich, schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung. Das Feiern der Rebblüte sei aus kultureller Sicht motivierend gewesen.Die Motivation hat jedoch nachgelassen. «Wir werden durch Neuzuzüge auch immer mehr zur Schlafgemeinde», meint Stäfas Gemeindepräsident Karl Rahm. «Fürs Festen gehen viele nach Zürich.» Ins Gewicht falle auch ein Entscheid der Schule, da sind sich Rahm und Wullschleger einig. In früheren Jahren bekamen die Schüler am Tag des Fests nachmittags schulfrei – heute nur dann, wenn sie selber eine Aktion starten. Fürs Festen nach Zürich Auch der alljährliche und hohe Rhythmus könnte Ursache für den Durchhänger sein. In eineinhalb Jahren will Wullschleger sich wieder mit Rahm zusammensetzen und eine mögliche Neuauflage besprechen. Ob 2013 das Räbe-Räne wieder stattfindet, hängt auch von der Bevölkerung ab. «Vielleicht gibt es nun einen Aufschrei», hofft Rahm. «In diesem Fall würde den Stäfnern das Fest fehlen.» Haben ausgedient: Die Reben auf dem Stäfner Frohberg, die mit ihrer Blüte das Stäfner Blitzdorffest einleiteten. Foto: Sabine Rock

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