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Das Tier sind wir

«Das Tier sind wir.» Über diese provokante These wollte Pfarrer Manuel Dubach in der Burgdorfer Stadtkirche predigen, so war es im Amtsanzeiger angekündigt. Richtig gelesen? Ja, richtig gelesen: Das Tier sind wir. Eine aufrüttelnde Behauptung. Ob sie wohl in Bezug zur biblischen Apokalypse steht? Hier ist mehrmals vom «Tier» die Rede, und gemeint ist der Widersacher Gottes.In der Realität manifestiert sich das Böse aber nicht in der Gegenwart eines monströsen Tiers, sondern in menschlichen Untaten. Die Hölle ist menschgemacht. Was wiederum bedeutet, dass «das Tier» tatsächlich in uns steckt. Über diese Zusammenhänge also würde sich der Theologe predigend vernehmen lassen.Die Bankreihen waren für einen gewöhnlichen Sonntagmorgen ungewöhnlich gut besetzt. Wer nun aber eigens gekommen war, um den Pfarrer über seine pointiert formulierte These referieren zu hören, wurde gleich zu Beginn des Gottesdienstes in seinen Erwartungen gedämpft. In Wahrheit laute der Titel der Predigt «Das Tier und wir», klärte Dubach mit einem Schmunzeln auf. Der Satz sei dann halt – aus welchem Versehen auch immer – «etwas zugespitzt» im Anzeiger erschienen. Er, Dubach, plane nichts weiter, als über das Verhältnis des Menschen zu seinen tierischen Mitgeschöpfen zu reden und dem Themenkreis «Tier» alsdann eine ganze Predigtreihe zu widmen.Nun – die Predigt des vergangenen Sonntags liess sich hören, und bestimmt werden die weiteren Teile des Zyklus ebenfalls auf ein aufmerksames Publikum stossen. Beiträge rund um Tiere geniessen grosses Interesse, das weiss man auf den Zeitungsredaktionen schon lange. Die Kirche macht es den Medien nach; der ungewollt «reisserische» Predigttitel war schon mal ein guter Anfang.Hans Herrmann>

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