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Das Blattmann-Areal könnte auch Industrie-Standort bleiben

Ein erster Anlauf für Wohnungsbau im Tiefenhof eingangs Wädenswil ist an der Urne gescheitert. Jetzt denken die Eigentümer laut über Alternativen nach.

Von Daniela Haag Wädenswil – Die Hiag Immobilien überprüft zwei Varianten, wie sie das Blattmann-Areal im Gebiet Tiefenhof nutzen kann. «Entweder wir greifen ein neues Gestaltungsplanverfahren auf, um eine Wohnnutzung zu ermöglichen», sagt Alex Römer von der Hiag Immobilien, «oder wir wenden das geltende Recht an.» Damit sagt der Projektverantwortliche des Immobilien-Unternehmens erstmals, dass das Blattmann-Areal ein Industriestandort bleiben könnte, allenfalls ergänzt mit Gewerbe, Dienstleistungen und Verkaufsflächen. Bisher wollte die Hiag Immobilien das Blattmann-Areal zu einem Wohngebiet umnutzen. Doch mit diesen Plänen ist das Unternehmen gescheitert. Die Stimmberechtigten haben den Gestaltungsplan und die Bau- und Zonenordnung vor drei Monaten an der Urne wuchtig abgelehnt. Damals sagte Alex Römer, die Hiag habe keinen Plan B in der Schublade, das Verfahren beginne wieder auf Feld 1. Ruft man die Internetseite des Tiefenhof-Projekts auf, erhält man den Eindruck, dass es dort verharrt. Die Seite informiert noch immer über das Abstimmungsdatum und die inzwischen gescheiterten Pläne. Alex Römer bestätigt aber, dass die Hiag daran sei, die beiden Optionen für die Entwicklung des Areals zu prüfen. Der geltende Zonenplan und das Baugesetz würden Industrie und Gewerbe zulassen. Will die Hiag Immobilien aber doch Wohnungen bauen, muss sie einen zweiten Anlauf für einen Gestaltungsplan nehmen. Die Hauptforderung der Gegner des ursprünglichen Gestaltungsplans, einen Anteil günstiger Wohnungen auszuscheiden, scheint kein Hinderungsgrund zu sein. «Wir müssten aber schauen, in welcher Form wir diese Forderung ins Projekt einfliessen lassen könnten», sagt Römer. Er betont, dass schon im ersten Projekt nicht nur Wohnungen im oberen Preissegment vorgesehen waren. Eine Wohnung, direkt an der Seestrasse und den Bahngeleisen gelegen, könne kein Luxusobjekt werden. Gewerbeflächen sind gefragt Dass auf dem Blattmann-Areal möglicherweise auch künftig Industrie- und Gewerbebetriebe tätig sind, überrascht die Wädenswiler Politiker zwar. Dagegen einzuwenden haben sie aber nichts. Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) meint, grundsätzlich sei ein Grundeigentümer frei, wie er sein Areal entwickeln wolle. Wädenswil brauche nicht nur mehr Wohnungen. Auch die Flächen für das Gewerbe und die Industrie seien knapp. Und SP-Gemeinderat Jonas Erni, der dem Referendumskomitee angehörte, sagt, das Referendum habe bereits positive Auswirkungen. So sei im Gestaltungsplan für das Tuwag-Areal im Gebiet Reidbach, auf dem unter anderem die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften eingemietet ist, ein Anteil günstiger Wohnraum vorgesehen. Hiag will im nächsten Jahr entscheiden, in welche Richtung die Entwicklung im Tiefenhof gehen soll.

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