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Das 0:3 war eine zu grosse Hypothek

Kommentar Von Silvan Schweizer Die Kloten Flyers hatten sich in diesem Final gegen Davos eindrucksvoll zurückgemeldet und scheinbar Rückenwind erhalten. Dementsprechend werden sie nach dem verpassten Meistertitel vorerst vor allem Frust spüren. Trotzdem dürfen sie auf eine gelungene Saison zurückblicken: Im September starteten sie mit dem Rekord von acht Siegen in Serie, die Qualifikation schlossen sie später als Zweite ab – so gut wie letztmals vor 15 Jahren. Danach stürzten sie dank grossem Willen Titelverteidiger Bern und erreichten wie 2009 den Final. In den 6 Jahren von Coach Anders Eldebrink hat der Klub nur einmal den Halbfinal verpasst. Der Schwede lässt attraktives, technisch hochwertiges Tempo-Eishockey spielen. Unter ihm haben in diesem Winter Spieler wie Bodenmann und Kellenberger einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Stürmer Walser sowie die Verteidiger Steiner und Mettler sind die nächsten vielversprechenden Junioren, die bereits Erfahrungen gewannen. Die Zuzüge DuPont, Blum und Bieber erwiesen sich als Volltreffer. Und Rüeger zeigte erneut, dass er zu den besten Goalies der Liga gehört.Was zum Finalsieg fehlte, war die Kaltschnäuzigkeit – vor allem in den ersten Partien. Das 0:3 erwies sich als zu grosse Hypothek. Die Flyers hätten diesen Final mit einem frühen Erfolg selbst diktieren können. Aberobwohl sie in vielen Phasen dominierten, verstanden sie es nicht, ihre Vorteile zu nützen. Den Unterschied machten die Playoff-Routine des HCD und seine Ausländer, die jene von Kloten überflügelten: Luomala war zu limitiert, Santala verletzt oder angeschlagen, Rintanen in seinem letzten Playoff für Kloten schlicht eine Enttäuschung. Und Abwehrpatron DuPont konnte erst eingreifen, als sein Team bereits zurücklag.Nach den kräftigen Investitionen in neue Spieler vor einem Jahr und den finanziellen Turbulenzen im Sommer sehen sich die Flyers künftig wieder als Ausbildungsklub: Sie wollen sparen, planen vorerst mit nur drei Ausländern. Aus Rapperswil stossen der Schwede Nordgren und der junge Berger dazu, der Nationalverteidiger von Gunten ersetzen soll. Es besteht zwar die Aussicht, dass Wick aus Nordamerika zurückkehrt, und die Klotener werden im wohl letzten Jahr von Eldebrink weiter frisch aufspielen. Es ist aber fraglich, ob sie unter diesen Voraussetzungen auch die nötige Abgebrühtheit für den Titel erlangen.

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