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Dach über der Eisbahn viel zu teuer

Der Thalwiler Gemeinderat begräbt die Pläne für ein Dach über der Kunsteisbahn Brand. Enttäuscht sind nicht nur die Thalwiler, sondern auch die Rüschliker Sportler.

Von Anja Müller Thalwil – Die Eisbahn im Brand oberhalb der Autobahn erhält definitiv kein Dach. Dies gab der Thalwiler Gemeinderat am Mittwochabend an einer Informationsveranstaltung bekannt. Grund sind in erster Linie die Kosten, sagt Gemeindepräsidentin Christine Burgener (CVP): «Über 12,5 Millionen Franken würde die Überdachung und der Neubau der Garderobengebäude gemäss unserer Berechnungen kosten – ein Betrag, der unser Budget bei weitem sprengt.» Ursprünglich hatten Thalwil und Rüschlikon, die bei diesem Projekt zusammengespannt hatten, mit Kosten von rund 2 Millionen Franken für ein einfaches Dach gerechnet. Die um ein Vielfaches höheren Kosten gründen auf der Grösse des Projekts: Ins Auge gefasst hatte der Gemeinderat einen aus energetischen Gründen auf allen vier Seiten geschlossenen Massivbau mit vier Garderoben, einem Gastrobereich und einer Tribüne mit 500 Stehplätzen. Wäre kaum bewilligt worden Zwar hatte die Exekutive ein wesentlich günstigeres Zeltdach ebenfalls geprüft, diese Alternative jedoch schnell verworfen. Laut Bauvorstand Andreas Federer (CVP) hätte es einerseits nicht in die Umgebung gepasst und wäre vom Kanton deshalb kaum bewilligt worden, andererseits hätten die Witterungseinflüsse den Betrieb weiterhin stark eingeschränkt. Die Planung erschwert hatte ein weiterer Faktor: Die vom Bund für 2015 geplante neue Hochspannungsleitung hätte direkt über die neue Garderobe geführt. «Dass das Dach vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat überhaupt bewilligt worden wäre, ist deshalb fraglich», sagt Federer. Das Projekt Eisbahndach hatte Thalwil 2009 auf Initiative des Gemeinderats Rüschlikon in Angriff genommen. An einem Dach interessiert war Rüschlikon, weil die Gemeinde für ihren Inlinehockeyclub Piranha ein neues Trainingslokal sucht. Synthetisches Eis als Lösung? Die Inlinehockeyaner hätten die eisfreie und trockene Fläche im Sommer zum Trainieren nutzen können. Deshalb hat neben dem Eishockeyclub (EHC) Thalwil nun auch der Inlinehockeyclub Rüschlikon (IHCR) unter dem Entscheid des Gemeinderats zu leiden. IHCR-Präsident Patrick Kolb ist enttäuscht: «Wir sehen ein, dass die hohen Kosten für das Dach nicht vertretbar sind, doch kommt nun eine schwierige Zeit auf uns zu. Vielleicht verlieren wir schon im April unseren Trainingsort in der Reithalle Rüschlikon.» Kolb sieht nun zwei Möglichkeiten: «Wir lösen unseren Klub auf oder suchen eine andere Lösung in der Region. Das ist schwierig.» Auch den EHC stellt der Übungsabbruch vor Probleme: «Unsere Nachwuchsförderung scheitert an den Kapazitätsproblemen. Wir hatten gehofft, mit dem Dach die Einsatzzeiten verlängern zu können.» Der Thalwiler Gemeinderat will nun zusammen mit Vereinsvertretern abklären, ob eine neuartige synthetische Eisfläche längere Nutzungsdauern ermöglichen würde. Eine weitere Idee ist die Anschaffung einer Wassersaugmaschine, welche die Anlage im Sommer für das Inlinehockey fit machen würde. 12,5 statt 2 Millionen hätte eine windgeschützte Halle über dem Thalwiler Eisfeld gekostet.Foto: Patrick Gutenberg

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